Flucht aus und Perspektiven in Afrika


Der Entwicklungspolitik-Experte und Regierungsberater Dirk Messner sieht in einem WELT-Artikel (18.5.17) eine langfristige Möglichkeit zur Beendigung der Flucht von Menschen aus Afrika nur bei Umsetzung von nachhaltigen Projekten zu dauerhaften Verbesserung der Lebensbedingungen in den Krisenregionen.  Dazu müssten – außer Milliardeninvestitionen – die Institutionen und Rechtssysteme in den Ländern gestärkt und vor allem die Korruption bekämpft werden. Dies beinhalte eine Organisation der internationalen Finanzmärkte zur Verhinderung illegaler Finanzströme von korrupten Eliten.

Anders als in anderen (rohstoffarmen) Ländern z.B. Asiens sei die Kolonisierung in Afrika nicht mit der Schaffung von Infrastrukturen verbunden gewesen, sondern im rohstoffreichen Afrika sei es eine Zerstörungs-, Raubbau- und zum Teil Vernichtungskolonisierung gewesen. Eine reiche Ressourcenausstattung führe häufig auch zu Klientelismus, Korruption und Kriegen.

Die chinesische Perspektive auf Afrika sei bislang stark durch Rohstoffimporte geprägt – aber bei steigenden chinesischen Lohnkosten lagere China die Produktion einfacher Konsumgüter nach Afrika aus. Das funktioniere nicht, wenn es keine verlässlichen Institutionen und eine unbeherrschbare Korruption gebe. Insofern habe China zunehmend ähnliche Interessen wie Europa – an besserer Regierungsführung, der Einhaltung von Regeln und transparenten Finanzmärkten.          
Afrika sei ein sehr diverser Kontinent – mit guter Entwicklung z.B. in Botsuana und Senegal. In vielen Ländern seien die Lebenserwartung und die Einschulungsraten besser geworden. Unsere hohen Treibgasemissionen verschärften aber Hunger und Krisen in Afrika. „Für Selbstgerechtigkeit ist kein Platz. Viele junge Afrikaner pochen auf Eigenständigkeit und fordern Anerkennung. „Entwicklungshilfe“ funktioniert nicht als Dauerzustand. Wo immer möglich, muss Kooperation auf Augenhöhe stattfinden.“









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