Asse II: Argumente der kritischen Wissenschaftler vom BfS beiseite geschoben

Bei der Veranstaltung „Asse 2 - Flutung durch die Hintertür?!“ im vollbesetzten Rathaussaal von Wolfenbüttel diskutierten am Dienstagabend  die Referenten Dr. Ralf Krupp, Dr.-Ing. Frank Hoffmann und Heike Wiegel mit dem Publikum kritische Anfragen an die Verfüll-Maßnahmen, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf der 750m-Sohle ab Januar 2017 vornehmen will.

Das BfS plant, dort ab Januar 2017 weitere Bereiche vor den Atommüll-Einlagerungskammern mit Sorelbeton zu verfüllen. Es begründet das damit, dadurch das Bergwerk zu stabilisieren und  Notfallvorsorge zu betreiben. Jedoch treten dort unten, auf der sogenannten „2. südlichen Richtstrecke nach Westen“ der 750m-Sohle, schon jetzt radioaktive Laugen auf. Gegenwärtig können diese Laugen gefunden, aufgenommen und abtransportiert werden. Das würde bei einer Verfüllung erschwert werden.

Wann ging das eigentlich los mit der Energiewende? Eine Zeitreise.

Wann ging das eigentlich los mit der Energiewende? Als die schwarz-gelbe Bundesregierung 2010 ihr Energiekonzept vorlegte, das erstmals weitreichende Ziele für den Ausbau erneuerbaren Energien festschrieb? Mit Verabschiedung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes unter Rot-Grün? Oder gar mit dem 1000-Dächer-Solarprogramm kurz nach dem Mauerfall?

Darüber kann man trefflich streiten. Doch zwei Dinge stehen außer Frage: Die Energiewende hat viele Wurzeln – und sie reichen tief. Der britisch-deutsche Blog Carbon Brief ruft jetzt anhand eines Zeitstrahls einige davon in Erinnerung. Hier gibt es viel zu entdecken: Etwa, dass die schleswig-holsteinische SPD schon 1979 eine „Energiewende“ forderte. Darunter verstanden die Sozialdemokraten: Atomausstieg, mehr Effizienz, weg vom Öl – und Priorität für die Kohle. Oder, dass eine Enquete-Kommission des Bundestags bereits 1987 eine drastische CO2-Reduktion empfahl.

Bürgerinitiativen warnen vor Verfüllung der Atomüllkammer-Zuwege in der Asse

"Pressemitteilung"

Vernässung des Atommülls droht – BfS-„Topfkonzept“ riskant und nutzlos. Das Bundesamt für Strahlenschutz will in der Asse auf der 750 m-Sohle Zuwege zu Atomüll-Kammern verfüllen. Um auf die weitreichenden Folgen dieser Maßnahmen aufmerksam zu machen und davor zu warnen, lud der Asse 2-Koordinationskreis nach Remlingen ein, unter dem Titel: „Asse 2: Flutung durch die Hintertür?! Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“.
Zwei Wissenschaftler, die zur wissenschaftlichen Expertengruppe der Asse 2- Begleitgruppe (AGO, „Arbeitsgruppe Option Rückholung“) gehören, trugen am 25.10. ihre jeweiligen Einschätzungen bezüglich der vom BfS geplanten Maßnahmen vor. Der Hydrogeologe Dr. habil. Ralf Krupp monierte, dass die vom BfS erstellte „Machbarkeitsstudie zur Offenhaltung“ wichtige Optionen und Varianten, einschließlich der Vorschläge der AGO, nicht betrachtet habe. Die darauf aufbauende „Risikoabwägung“ habe entscheidende Risiken der Verfüllung nicht erkannt und sie nicht in die Abwägung einbezogen. Das Ergebnis der Abwägung sei aus Sicht der AGO methodisch fehlerhaft und nicht nachvollziehbar. Dr. Krupp wörtlich: „Die Notfallvorsorge des BfS, insbesondere das Topfkonzept, wird während der Rückholung der Abfälle unwirksam und damit nutzlos. Im Fall eines unbeherrschbaren Lösungszutritts wird durch das Topfkonzept das radiologische Risiko drastisch erhöht, indem die Lösungen in die unverfüllten Einlagerungskammern kanalisiert werden.“

BfS gefährdet die Rückholung des Atommülls aus der ASSE II

Im Dezember will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die 2. südliche Richtstrecke vor den Einlagerungskammern vier und acht auf der 750m-Sohle verfüllen. Bis jetzt wird die Lauge, die sich vor den Kammern sammelt, abgepumpt. Nach der Verfüllung, so die begründete Befürchtung, staut sich diese Lauge in den Einlagerungskammern auf. Das vom BfS verfolgte sogenannte Topfkonzept, dass eigentlich den Atommüll vor zutretender Lauge schützen soll, droht so in sein Gegenteil verkehrt zu werden: Die sich aufstauende Lauge wird zur Korrosion der Atommüllfässer und zur Mobilisierung der enthaltenen Radionuklide führen; „die Rückholung könne so massiv erschwert, wenn nicht ganz verhindert werden“, so Claus Schröder von der Fachgruppe ASSE der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD.

„Asse 2: Flutung durch die Hintertür?! Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“

"Pressemitteilung"

Der Asse 2-Koordinationskreis lädt zu zwei Veranstaltungen am 25.10. und am 01.11.2016 ein.

Am Di., 25.10., 19.00 Uhr, Remlingen Dorfgemeinschaftshaus und am Di., 01.11., 19.30 Uhr, Wolfenbüttel Rathaus-Saal.

Über drei Themen wird dort jeweils informiert:
1. Was ergibt der Vergleich des Schließungskonzeptes des früheren Betreibers HMGU (Helmholtz-Zentrum) mit dem sog. Notfall-Konzept des gegenwärtigen Betreibers der Asse, dem Bundesamt für Strahlenschutz?

2. Was ist zu erwarten, wenn die vom BfS geplante Verfüllung vor den Atommüll-Kammern durchgeführt wird? Wie dürften sich die Zustände in den Kammern und die Drainagemöglichkeiten entwickeln, wenn die Strecken offengehalten werden, und wie, wenn sie verfüllt werden?

"Wie grün darf die Stadt sein?" - Ein Vortrag von Prof. Dietmar Brandes

 

Wolfgang Wiechers als Diskussionsleiter links und der Vortragende Prof. Brandes rechts auf dem Foto. (Foto: U. Meier, Fair in Braunschweig)

Seit Jahren sind sie ein Thema: Wildkräuter, oder Spontanvegetation in unserer Stadt. Die einen wollen es mit Stumpf und Stiel ausmerzen, und die anderen plädieren für die "Freiheit für Wildkräuter". Was nun? Wollen wir diese Frage zu einem Politikum verkommen lassen, wollen wir ausschließlich nach den umstrittenen ästhetischen Empfindungen vorgehen, oder wollen wir ausnahmsweise auf wissenschaftlicher Grundlagen diskutieren und möglicherweise auch Entscheidungen treffen?

Das Umweltzentrum führte vor den Kommunalwahlen eine Veranstaltung über die Wildkräuter in der Stadt durch. Ausgewiesener Experte für dieses Thema ist der Geobotaniker Prof. Dietmar Brandes von der TU Braunschweig. Wolfgang Wiechers, in der Kommunalpolitik Braunschweigs zu Hause, begrüßte Herrn Brandes und leitete die Veranstaltung.

Den Vortrag von Herrn Prof. Brandes, von der TU Braunschweig, als Diskussionsgrundlage für sachdienliche und zukunftweisende kommunale Entscheidungen finden Sie HIER (red)

Atommüllkonferenz fordert: Gesundheit vor wirtschaftlichen Interessen

„Das neue Strahlenschutzgesetz muss sich an dem Schutz des ungeborenen Lebens orientieren“, forderte Oda Becker, Physikerin und Sprecherin der BUND Atom- und Strahlenkommission (BASK) auf der Atommüllkonferenz in Göttingen am letzten Wochenende. Zwei Tage zuvor war der Referentenentwurf des neuen Strahlenschutzgesetzes vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit versandt worden. „Es ist nicht hinnehmbar, dass in diesem Gesetz der Strahlenschutz explizit und an erster Stelle an wirtschaftlichen Interessen relativiert werden soll“, so Becker. In dem Gesetzentwurf werden Erkenntnisse über die schädliche Wirkung niedriger Strahlendosen, die insbesondere in medizinischen Studien in den letzten 15 Jahren gewonnen wurden, überhaupt nicht berücksichtigt. Aus den Reihen der Atommüllkonferenz wird es deshalb eine kritische Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf geben.

"Die Anti-AKW-Bewegung in Japan vor und nach Fukushima"

"Gibt es in Japan eine Anti-AKW-Bewegung? Wenn ja, warum hört man so wenig davon?
Wie ähnlich die Probleme in Japan und Deutschland in der Frage der (End-) Lagerung von Atommüll sind, wird Takashi Kunimoto mit seinem Kurz-Dokumentar-Film „Endlager“ am Anfang der Veranstaltung am 29.9. zeigen. In seinem Film zeigt Takashi Kunimoto Bürger in der Nähe von Asse II und Bürger in Naturschutzgebieten in Japan, die sich gegen Pläne der Regierung wehren, dort ein Endlager zu errichten. Die Ähnlichkeit der Probleme im Zusammenhang mit der Atomenergie in Japan und Deutschland interessiert auch Prof. Dr. Richter.

Wir sind noch nicht am Ende!

Liebe Freundinnen und Freunde,

Sie und weitere 29.500 Menschen haben vor einigen Wochen meine Petition “Hände weg vom Fracking-Moratorium” unterzeichnet. Zusammen waren wir so viele, dass wir mit der Petition richtig politischen Druck ausüben konnten!

Gemeinsam mit Campact haben wir in den letzten Wochen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit zahlreichen Flashmobs auf seiner Wahlkampftour “verfolgt”: Bei seinen Auftritten in Oldenburg, Celle, Braunschweig, Stade und Verden begrüßten ihn Dutzende Bürger/innen mit blauen Schildern, auf denen stand: ”Fracking stoppen,Herr Weil!”

So wurde deutlich: In ganz Niedersachsen lehnen Menschen Fracking ab. Der Dialog mit Stephan Weil war freundlich und respektvoll - zumeist durften wir sogar am Mikrophon unsere Forderungen erläutern. Doch von seiner Position rückte der Ministerpräsident nicht ab. Er findet das neue Fracking-Gesetz ausreichend - doch das ist es nicht.

The Beagles haben sich etwas vorgenommen für den Rechtshilfefonds Strahlenschutz e.V.

"Pressemitteilung"

"Wir mussten nicht lang überlegen, um zuzusagen dieses Konzert mit zu organisieren. Wir haben viele liebe Freunde und treue Fans in Braunschweig, die sich freuen uns einmal wieder zu sehen. Das ist für uns auch eine Gelegenheit unser aktuelles, mit vielen neuen Songs angereichertes Programm zu präsentieren.Wir freuen uns natürlich auch zu helfen, mehr Aufmerksamkeit auf den Rechtshilfefond Strahlenschutz zu erregen. Wir hoffen auf viele Interessierte, die sich im Rahmen des Konzertes über die Sache informieren können und hoffentlich auch bereitwillig spenden.Die Location im Lessingymnasium in Steinwurfweite zum umstrittenen Unternehmen Eckert & Ziegler hat uns gerade ein diesem Zusammenhang sehr beeindruckt. Neben den vielen neuen Songs darf auch verraten werden, darf man auch auf die ein- oder andere Überraschung gespannt sein.Die Besucher können sich also mit uns auf ein neues Programm mit vielen neuen Songs, guter Laune und kurzer Weile freuen.

 
Nehmt Euch also nichts weiter vor…

... und sagt´s auch gerne weiter!"
 
 
 
 

Zeit: Freitag, 16. September, 19:30 Uhr
Ort: Aula des Lessinggymnasiums (Heideblick 20, 38110 Braunschweig)

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

BISS e.V.
 

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