Asse II: Durch geplante Verfüllmaßnahme droht Flutung des Atommülls

"Pressemitteilung"

Der zweifelhafte Umgang des Bundes mit seinem gescheiterten Atommüll-Lagerort Asse II lässt nichts Gutes für die Auswahl eines Standortes für
wärmeentwickelnden Atommüll erwarten.
Bürgerinitiativen an der Asse sorgen sich um die weitere Entwicklung im Atommüll-Lager Asse II bei Wolfenbüttel. „Hier wird anscheinend nicht nachdem Stand von Wissenschaft und Technik gearbeitet, obwohl im Bergwerk Asse II ca. 50.000 Kubikmeter Atommüll und außerdem hochgiftige Stoffe lagern“, kritisiert Christiane Jagau vom BUND. In Asse II befinden sich u.a. ca. 28 kg Plutonium, ca.102 t Uran, ca. 87 t Thorium, Kernbrennstoffe und ca. 500 kg Arsen.
In den nächsten Monaten will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Stollen auf der 750 m-Sohle mit Sorelbeton verfüllen, die '2. südliche Richtstrecke
nach Westen'. Dieser Stollen führt vor den verschlossenen Atommüll-Kammern entlang. Der Asse II-Koordinationskreis der Bürgerinitiativen, Gruppen und
Einzelpersonen, die sich gegen die Flutung von Asse II engagieren, wendet sich gegen die geplante Verfüllung.

In dem Stollen werden gegenwärtig an verschiedenen Stellen teilweise radioaktiv kontaminierte Salzlösungen (Laugen) aufgefangen. Diese stammen vermutlich aus einem Teil des Laugenzuflusses von 12 m³ täglich und haben wohl den Atommüll in den Kammern durchflossen. Täglich wird neben 20 bis 30 Litern radioaktiver Lauge auf dieser Sohle auch etwa ein halber Kubikmeter an Lauge aufgefangen, die noch nicht kontaminiert ist. „Wenn der betreffende Stollen verfüllt wird, könnten etwaige neue Laugenzuflüsse nicht mehr aus den Kammern abfließen, also auch nicht mehr gefunden und abgepumpt werden“, so Ingenieur Udo Dettmann aus Groß Denkte von „AufpASSEn“ „Es droht die schleichende Flutung des Atommülls auf der 750 m-Sohle“, fasst Andreas Riekeberg von der Kirchengemeinde St. Thomas in Wolfenbüttel die Befürchtungen der Bürgerinitiativen angesichts der geplanten Maßnahme zusammen.

Asse II – Koordinationskreis
Die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geplante Verfüllung der '2. südlichen Richtstrecke nach Westen' würde die Rückholung des Atommülls erschweren und die radiologischen Risiken in der Asse erhöhen. Heike Wiegel aus Remlingen, Vorstandmitglied des Vereins „AufpASSEn“, moniert: „Eine fachliche,
wissenschaftliche Begründung und Abwägung in den Genehmigungsunterlagen zu den Stellungnahmen der Wissenschaftler der Asse 2 Begleitgruppe (AGO) gibt es nicht.“
Über 700 Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits den folgenden Forderungen des Asse II-Koordinationskreises an das Bundesamt für Strahlenschutz sowie an die Umweltministerien in Hannover und Berlin angeschlossen:
„1. Alle Arbeiten im Bergwerk sind in ihren Auswirkungen auf die Rückholung abzuwägen und zu dokumentieren. Der Betreiber muss endlich eine detaillierte Planung für die Rückholung des Atommülls vorlegen!
2. Der fragliche Stollen, die 2. südliche Richtstrecke nach Westen auf der 750 m-Sohle, ist offen zu halten und zu pflegen, solange ausreichende Bergsicherheit gegeben ist!
3. Das Notfallkonzept ist zu revidieren: Atommüll muss möglichst trocken gehalten werden, Durchnässung und Auflösung dürfen nicht billigend in Kauf genommen werden!“
Diese Forderungen können unterstützt werden auf:
https://kurzlink.de/keine-asseflutung oder  
https://www.openpetition.de/petition/online/asse-ii-durch-geplante-verfuellmassnahme-droht-flutung-des-atommuells

 

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