Schacht KONRAD aufgeben - ASSE ausräumen

Pressemitteilung 12.04.2018

Foto des alten und neuen Vorstandes. Von links: Silke Westphal, Thomas Erbe, Marianne Neugebauer, Ludwig Wasmus, Carsten Kawka

"Schacht ASSE V statt Schacht KONRAD 2", so lautet das Jahresmotto der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD für 2018 - beschlossen auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Damit verbunden ist die klare Forderung an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiberin beider Anlagen, ihre Kapazitäten auf den Schachtneubau an der Asse zu konzentrieren und das sinnlose Projekt KONRAD endlich aufzugeben.

"Wie werden diesen Forderungen mit kreativen Aktionen im Herbst Nachdruck verleihen. Allerdings behalten wir auch die Entwicklungen in Morsleben und Thune im Blick und wir werden uns auch auf Landes- und Bundesebene atompolitisch weiter einmischen“, so Marianne Neugebauer, die ebenso wie ihre Vorstandskollegen Thomas Erbe, Silke Westphal, Ludwig Wasmus und Carsten Kawka in ihrem Amt bestätigt wurde.

Ökologische Nische Friedhof - BUND startet neues Mitmach-Projekt zum Schutz von Wildbienen in Braunschweig

Um in der Stadt Lebensraum für bedrohte Arten zu schaffen, startet der BUND Niedersachsen das Projekt „Ökologische Nische Friedhof“. Zur Auftaktveranstaltung lädt der Umweltverband Bürger*innen auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Wildbienen ein – auf dem Stadtfriedhof Braunschweig. Denn Friedhöfe bilden einen Großteil der städtischen Grünflächen. Eine naturnahe Umgestaltung von Wiesen, Beeten und Hecken hilft Wildbienen, Schmetterlingen, Libellen, Vögeln, Fledermäusen und Kleinsäugern.

TIERSCHUTZPLAN IN NIEDERSACHSEN Regierungsfraktionen bremsen Ministerin Otte-Kinast

Sauenhaltung

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) meldete, stellen sich die Landtagsfraktionen von SPD und CDU offen gegen den Plan von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), den 2011 von Gert Lindemann eingeführten niedersächsischen Tierschutzplan in eine „Nutztierhaltungsstrategie“ zu überführen.

NOZ-Redakteur Klaus Wieschemeyer berichtet von einem Statement um 12:26 Uhr der agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Karin Logemann, dass ihre Partei an einem verstärkten Schutz des Tierwohls festhalte. „Schon im Sinne der Verlässlichkeit von Politik besteht deshalb kein Interesse an einem ,Roll-Back‘ in der niedersächsischen Agrarpolitik“, sagte Logemann. Um 12:29 Uhr habe dann CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer festgestellt, dass man den Tierschutzplan weiterentwickeln „und nicht abschaffen will“.

51. Jahrestag der Einlagerung von Atommüll in Asse II

 51. Kundgebung des Asse II Koordinationskreises (A2K) am 4. April

  • von Andreas Riekeberg

Die Kundgebung zum 51. Jahrestag der Einlagerung von Atommüll in den Schacht Asse II begann mit gut 50 Teilnehmern vor dem Tor der Schachtanlage und wurde wegen starken Regens dann bald in die Scheune der Familie Wiegel in Remlingen verlegt.

Andreas Riekeberg hielt einen Rückblick auf die 51 Jahre seit der ersten Einlagerung. Bemerkenswert unter anderem, dass 1968 in einer Besprechung vereinbart worden war, dass Fässer mit einer Stabilität für 3 Jahre ausreichend seien für die Einlagerung von Atommüll. Und dass vor dem Einlagerungsschluss 1978 noch gerichtlich um die Einlagerung oder Nichteinlagerung von Atommüll aus dem AVR Jülich gestritten werden musste.

Von Blumen, Insekten und einem toten Igel

Zerstückelter tote Igel auf der Klosterwiese in Riddagshausen.

Der Igel, der vor einigen Tagen auf der Klosterwiese in Riddagshausen von einem Rasenmäher zerhäckselt wurde, hat einen raschen Tod gefunden, so wie die 600 Tausend Igel auf den deutschen Straßen. Dieser massenweise Igeltod auf der Straße ist ein echtes Problem. Die Kampagne des BUND in Mascherode zum Igelschutz ist daher sehr zu begrüßen. Es ist schade um jedes Wildtier, aber ökologisch betrachtet, ist dieses Unglück in Riddagshausen belanglos, zumal keine Wiederholungsgefahr besteht. Selbstverständlich wurde der Igel nicht mit Vorsatz getötet. Es war halt ein Unfall, und der kommt vor.

Interessant ist eine andere Spur mit Fragestellung. Warum wurde um diese Jahreszeit gemäht? Es scheint ein Pflegekonzept für diese große und ökologisch interessante Wiese hinter der Stiftskirche zu geben. Warum wurde das Konzept nicht beachtet von den ehrenamtlichen Pflegekräften? Wurde sie vielleicht gemäht, weil gerade Zeit zur Verfügung stand? Auf jeden Fall scheint ökologische Schulung zu fehlen, denn im März mäht man keine Wiese.

Diverse ökologische Strukturen

Klosterwiese mit Klostermauer

Die Wiese, die Obstbäume, der Kräutergarten, die extensiv betrieben Gärtnerei und die Mauern der Begrenzung sowie die der Klosterkirche, bilden gemeinsam mit den angrenzenden Waldstrukturen ein ökologisches Wirkungsgefüge hoher dynamischer Verschiedenartigkeit (Biodiversität).

Die Klostermauer kann ein reichhaltiges und wertvolles Biotop für Insekten, Spinnen und Echsen sein, sofern die Strukturen in der Umgebung stimmen

Die Blütenentwicklung an den unterschiedlichsten Pflanzen in dem beschriebenen Gebiet ist von entscheidender Bedeutung für die Insektenentwicklung. Die Vielfalt der Blüten bestimmt die Vielfalt der Insektenarten, weil beides kooperiert. Auch hier liegt in der Kooperation das Geheimnis und nicht in der Konkurrenz, die zumindest unter den Pflanzen natürlich auch vorhanden ist. Welche Blüte von welchem Insekt bevorzugt wird, entscheidet u.a. übrigens der Insektenrüssel, der zur Blütentiefe passen muss.

 

Bläuling auf Erica

Dass von der Politik Entscheidungen erwartet werden, um die Insekten, insbesondere Bienen, zu schützen, ist berechtigt. Doch kann man auch im eigenen Garten und sogar im Balkonkasten für Artenschutz sorgen. Entscheidend sind wieder die Pflanzen, die ohnehin Ursprung allen Lebens sind. Das einfachste ist bienenfreundliche Pflanzen anzupflanzen oder auszusäen.

In vielen Bienenweidelisten und Büchern haben sich im Laufe der Jahre Pflanzen eingeschlichen, die für Honig- und Wildbiene wertlos sind. Es schreibt eben auch einer von anderen ab – mit den Fehlern.

Der Kräutergarten enthält zahlreiche Kräuter, die nicht nur für die Insekten wervoll sind sondern auch für den Menschen (z.B. Thymian, Majoran, Rosmarin)

Gar nicht geeignet sind Windbestäuber wie alle Nadelgehölze, Birken, Pappel und Birke. Sehr gut geeignet ist dagegen der Faulbaum (Rhamnus frangua), der von Mai bis Oktober blüht. Er dient allein zehn Schmetterlingsarten als Futterpflanze. Jeder Garten kann für Insekten eine Insel der Erholung sein. Besonders für die hoch gefährdeten Wildbienen.

Rosmarin ist für Mensch und Insekten sehr wertvoll. Die vertrockneten Staudentriebe sollten im Winter stehen bleiben, damit Insekten in den hohlen Stängeln überwinter können.

Wichtig als Bienenweide sind: Schneeball, Buchsbaum Weißdorn, Stachelbeere, Quitte, Ginster, Liguster, Efeu (blüht erst nach 10 Jahren), Lavendel, Sommerflieder, Johanniskraut. Siehe: www.immengarten-jaesch.de. Dort findet man auch die für Bienen ungeeigneten Pflanzen.

Es ist schön, dass sich das Gartenamt der Stadt Braunschweig und auch die Gartenämter in anderen Städten besondere Mühe geben, das Stadtbild zu verschönern. Sie pflanzen und säen an den Straßenrändern und auf Verkehrsinseln diverse Pflanzenmischungen aus. Ob diese Pflanzen so sinnvoll für Insekten sind, sollte allerdings zuvor erkundet werden.

Wie bin ich täglich und bei Störfällen der Braunschweiger Atom-Unternehmen betroffen?

Pressemitteilung

In einer Informationsveranstaltung gibt die BISS Antworten zu der Strahlenbelastung Braunschweiger Bürger durch die Nuklearfirmen Eckert & Ziegler sowie GE Healthcare Buchler GmbH &Co KG in Braunschweig:

Mittwoch, dem 11. April, um 19 Uhr, im Haus der Kulturen, Am Nordbahnhof 1.  Eintritt frei.

Dr. Winfried Eisenberg von der IPPNW (ehemaliger Leiter der Kinderklinik Herford) wird als Gastredner zur besonderen Strahlensensibilität von Kindern vortragen.

BISS e.V.

Nachricht vom Wolf. Ein Forscher der TU Dresden ist dem Raubtier auf der Spur.

Foto: Rodolpjo Duba_pixelio.de

WOLFS-DEBATTE:

Sächsische Zeitung - 26.03.2018

Wolf und Stier haben etwas gemeinsam: Sie liegen auf der Lauer. Der Wolf, um einen stattlichen Damhirsch zu reißen und zu fressen. Der Stier, um den Wolf schlafen zu legen. Der Wissenschaftler Norman Stier von der Professur für Forstzoologie der TU Dresden verbringt derzeit immer wieder Nächte im Mecklenburger Wald. Er sucht Wölfe. Tiere, die in seine Fußfalle tappen. Hat er sie gefangen, betäubt er sie mit dem Pfeil aus einem Blasrohr. Nur so kommt er ganz nah an die Raubtiere heran. Nur so kann er ihnen ein Halsband mit einem Sensor umlegen. Norman Stier will wissen, wie die Wölfe ticken.

Artensterben - na und?

Massives Artensterben! Na und, möchte man fragen? Was interessiert es mich, ob da ein paar Mücken, Pflanzen irgendwo auf dem Globus oder `ne Echse, auf nimmerwiedersehen entschwinden. Mein Leben wird dadurch nicht schlechter. Nichts ändert sich in dem Leben, das ich überblicken kann. So verlaufen immer wieder Gespräche, die nicht nur ich führe.

Stellen sie sich vor, sie gehen auf eine internationale Konferenz und verstehen die Konferenzsprache nicht. Werden sie dann sagen: Die Konferenz war ein Misserfolg, alles langweilige Themen. Wohl kaum, außer sie sind ein ausgemachter Dummkopf oder Lügner. Die Wahrheit ist, sie können sich kein Urteil erlauben, weil sie nichts verstanden haben.

Ähnlich ist es mit dem komplexen Thema Artensterben. Um das richtig zu verstehen, bedarf es eines biologisch-ökologischen Wissens. Doch nicht nur das: es bedarf auch einer geduldigen und geübten Beobachtung. Wenn manche RatsvertreterInnen lachen bei Vorschlägen gegen das Artensterbens, so wie immer wieder beobachtet (Themen: Baumschutz, ökologischer Balkonwettbewerb, Biotopschutz, Knoblauchkröte, Eremit usw.), dann ist das deren Unwissen zuzuschreiben. Kurz: Sie wissen nicht was sie tun.

Ligusterschwärmer

Zum Artensterben und seine Bedeutung für den Menschen hier einige Ausführungen:

Den Menschen schützen

Winderosion, eine der Ursachen für unfruchtbare Böden. Aufnahme in Xinjiang, die Provinz im Westen Chinas. Foto: Uwe Meier

Der UN-Biodiversitätsrat (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services -  IPBES) warnt in seinem neuen Bericht vor dem Verlust von fruchtbaren Böden, der das Leben von 3,2 Milliarden Menschen bedroht. Die Menschheit verliert jedes Jahr 12 Millionen Hektar fruchtbaren Boden.

Hier soll ein Industriegebiet entstehen. Derzeit wird dort Ackerbau betrieben, auf 98er (Bodenfruchtbarkeitsskala) hoch ertragsfähigen Börde-Böden. Die werden dann zerstört.

Der UN-Biodiversitätsrat und 100 Experten aus 45 Ländern legten einen Schlussbericht vor, der bereits andere spektakuläre Erkenntnisse aufzeigte. Der Braunschweig-Spiegel berichtete darüber. Der Bericht schlug Alarm über den Verlust der Artenvielfalt und Bedrohungen vollständiger Ökosysteme.

Palmölplantage. Extreme Monokultur statt vielfältiger tropischer Regenwald. Foto: Uwe Meier

Der Verlust an Biodiversität gefährdet die Lebensgrundlage der Menschheit, verschärft den Klimawandel und führt zu Massenflucht und Konflikten. Eine wachsende Weltbevölkerung, Waldvernichtung, rücksichtslose Landwirtschaft und steigender Konsum von Gütern belasten die Umwelt immer stärker, so der Bericht für den über 3000 wissenschaftliche Publikationen ausgewertet wurden. Der Text wurde von 129 Staaten abgestimmt. Er ist damit die am umfangreichsten abgestimmte Inspektion planetarischer Ökosysteme.

Dieser Teichfrosch frisst gerade einen Grasfrosch. Kannibalismus ist keine Ursache der Artenverarmung. Alle Frösche sind hoch gefährdete Amphibien, weil Feuchtgebiete (auch Gärten) vernichtet werden. Foto: Uwe Meier

85 Prozent aller Feuchtgebiete hat der Mensch bereits trockengelegt. Bis 2050 werden nur noch 10 Prozent der Landmasse nicht vom Menschen geformt sein.

Von 1970 bis 2012 sind die Bestände wilder Wirbeltiere an Land um 38 Prozent geschrumpft, bei Süßwasserarten um 81 Prozent. Die Böden können immer weniger Kohlenstoff speichern, um den Klimawandel zu bremsen. Achim Steiner, der Chef des UN-Entwicklungsprogramms sagt: „Wir verlieren jedes Jahr 12 Millionen Hektar fruchtbaren Boden. Dabei würde es sich ökonomisch lohnen den Trend umzukehren. Im Schnitt sind die Vorteile der Bodenerhaltung zehnmal höher als die Kosten“, so Steiner. “Verschlechterung der Böden, Verlust der Artenvielfalt und Klimawandel sind drei Gesichter einer zentralen Herausforderung“, sagt IPBES-Chef Robert Watson. Wir können es uns nicht leisten, sie isoliert anzugehen. Sie erfordern höchste Priorität und müssen zusammen gelöst werden.“

51 Jahre Atommüll in Asse II


Anlässlich des 51. Jahrestages der ersten Einlagerung von Atommüll in die Schachtanlage Asse II lädt der Asse II-Koordinationskreis ein zu einer Versammlung am Mittwoch, den 4.4.2018, um 18 Uhr vor dem Eingang zur Schachtanlage Asse II oberhalb von Remlingen.

Zunächst wird dabei kurz Rückschau gehalten auf die Atommüll-Einlagerung der Jahre 1967 bis 1978, unter anderem aus dem havarierten Atomreaktor Jülich.

Dann stehen zwei aktuelle Themen im Mittelpunkt:

1. Die neue Bundesregierung will ein Atommüll-Eingangslager für Schacht Konrad errichten. Wie groß ist die Gefahr, dass dieses Atommüll-Lager an der Asse errichtet wird, angesichts des Wolfenbütteler
Kreistagsbeschlusses vom 5.10.2015: „Der Kreistag fordert den unverzüglichen Beginn einer … Standortsuche für die Konditionierungsanlage, das Puffer- und Zwischenlager. Dies gilt insbesondere für die Suche nach Asse-nahen Standorten.“ Kann damit die von der BGE verbreitete Idee einer „vorgezogenen Rückholung“ von Atommüll zusammenhängen?

2. Die Schachtanlage Asse II emittiert gegenwärtig schon erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe. Wie weit wird dem Minimierungsgebot des Strahlenschutzes entsprochen? Welche Auswirkungen kann auch radioaktive Niedrigstrahlung haben?

Alle, die sich für die Geschichte und Gegenwart des Atommüll-Problems in der Schachtanlage Asse II interessieren und die sich für die Zukunft der Asse und ihrer Umgebung verantwortlich fühlen, sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!

Asse II-Koordinationskreis
c/o Andreas Riekeberg
Räubergasse 2a
38302 Wolfenbüttel
http://www.asse-watch.de

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