Verkehrsgutachten zum Flughafenausbau- immer wieder neue Fragen...

Vorgeschichte:

Im August 2011 wurde der Verkehr in Waggum/Ortsausgang Bienrode gezählt, das war nicht angekündigt, mitbekommen hat es offenbar auch niemand.

Das Ergebnis wurde erstaunlicherweise dem Stadtbezirksrat 112 auch nicht mitgeteilt, statt dessen sollte nun aber nochmals neu gezählt werden, entweder im März/ April 2012 (während der Bauarbeiten) oder aber im Herbst 2012. Der Stadtbezirksrat sollte nun über die Terminauswahl mitentscheiden. Dazu am 1.2.2012 die damalige Stadtbaurätin Frau Sommer:

Bevölkerungsrückgang in Region trifft die Einkaufsstadt

Pressemitteilung: Fraktionen zu Gast beim Informationsabend des Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig

2. v.l.n.r.: Udo Sommerfeldt (CDU), Karl Eckhardt (BIBS), Holger Herlitschke (Bündnis 90 / Die Grünen), Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann (Piraten), Manfred Pesditschek (SPD), Hermann Klein (Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Braunschweig), Klaus Wendroth (CDU), Claudia Kayser (Braunschweigische Landessparkasse), Volkmar von Carolath (AAI) und Dr. Ingo Lippmann (Braunschweigische Landessparkasse)

Der Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig (AAI) verfolgt seit langem mit kritischem Blick die Entwicklungen in Braunschweig hinsichtlich ihrer Bedeutung als Einkaufsstadt. Der demographische Wandel gehört zu den stärksten Einflussfaktoren – für Braunschweig und speziell für den Einzelhandel. Zu seinem zweiten Informationsabend dieses Jahres, am 12. September, hatte der AAI daher den Referatsleiter für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Braunschweig, Hermann Klein, eingeladen. Er präsentierte den Mitgliedern, welche Perspektiven und Herausforderungen durch die künftige Bevölkerungs¬entwicklung für Braunschweig zu erwarten sind. Erstmals waren auch Vertreter aller Fraktionen zu Gast.

"Kauf weiterer Straßenbahnen wird geprüft"

Nicht abgedruckter Leserbrief zum Artikel "Kauf weiterer Straßenbahnen wird geprüft" (Braunschweiger Zeitung 06.07.2012)

Es ist erfreulich, dass wir bald 15 neue Straßenbahnzüge bekommen. Aber auf die  Nachbestellung sollte man verzichten. Man muss sich verdeutlichen, dass Braunschweig eine inzwischen einmalige Schienen-Spurweite von 1100 mm besitzt. Sonst ist in Deutschland die Spurweite 1435 mm üblich.

Damit muss jeder hiesige Straßenbahnzug als eine Sonderanfertigung gelten. Alte Bahnen finden keine Abnehmer, neue sind stets teurer als vergleichbare Normalspur-Züge, die in Großserien hergestellt werden. Auch bieten diese mehr Raum und damit mehr Komfort. Deswegen sollte in Braunschweig endlich der Umbau auf Normalspur fortgeführt werden. Dieser ist mit der Verlegung einer dritten Schiene am Wendentor, auf dem Bohlweg und vor dem Hauptbahnhof bereits eingeleitet. Umfassende Pläne zu einer Umspurung des Gesamtnetzes sind von der Verkehrs-AG 1999 veröffentlicht worden. Hat man die damals dargelegten Vorteile vollständig vergessen?

"wasserwelt" - Werben um Publicity

Pünktlich zur Eröffnung der Freibadesaison verteilt die Stadtbad GmbH  ein achtseitiges Blatt mit vielen schönen Bildern der gegenwärtigen und zukünftigen Braunschweiger Badelandschaft. Zwar wurde es nicht überall verteilt, trotz der Auflage von angeblich 130 000 Exemplaren, aber ganz billig war es sicher nicht. Doch die Steuerzahlerin kommt ja dafür auf.

Offensichtlich schwant der Verwaltung, dass die neue Mehrheit im Rat bei den Bürgern die Hoffnung auf eine Veränderung des Beschlusses weckt, mit dem im nächsten Jahr die meisten dezentralen Einrichtungen geschlossen werden sollen. Immerhin wurden damals 35 000 Stimmen für ihren Erhalt gesammelt. Daher jetzt der Versuch, die Benutzer auf die sich ändernde Situation einzustimmen.

Im Zentrum des Blattes steht natürlich die „wasserwelt“ (mit modischer Kleinschreibung), das neue Großbad, das 2013 eröffnet werden soll. An Superlativen fehlt es nicht, und Jürgen Scharna zählt die Attraktionen auf, vom Aktivbecken (was ist das?) bis zur Kooperation mit einem privaten Fitness-Studio. Wellness wird groß geschrieben. Von den Schulkindern, deren Wege immer länger werden, von den fehlenden Bahnen für Schwimmer ist nicht die Rede.

Foto: AARGON / pixelio.de

„Wird ein Besuch für die ganze Familie in der ´wasserwelt Braunschweig´ erschwinglich?“, fragen die Macher des Blattes, und Scharna antwortet lakonisch: „Ja, selbstverständlich“. Preise nennt er vorsichtshalber nicht, sondern verweist auf die Bonuskarte, von der man auch nicht weiß, was sie kostet.

Nicht ohne Zynismus werden noch einmal die „alten“ Bäder gezeigt. „Klein und idyllisch“, heißt es da über das Waggumer Freibad. Aber das ist nicht Hoffmanns Stil: Kinder, Alte und kleine Leute sind nicht seine Klientel.

 


Kommentare   
 
0 #3 Maike Ansler 2012-09-30 10:01
Ich freue mich auf die neue Wasserwelt - endlich eine schöne Saunalandschaft auch in Braunschweig! Bisher mußte man Braunschweig immer verlassen, wenn man einmal angenehm entspannen wollte (und danach leider - meist schon recht ermüdet - noch ein ganzes Stück Nachhauseweg auf sich nehmen). Deshalb sehe ich den Bau der Wasserwelt als eindeutige Verbesserung des braunschweiger Freizeitangebot s.
Zwar wird sich (wahrscheinlich ) eine komplette Familie mit Kindern einen Aufenthalt in der Wasserwelt nicht sehr oft leisten können, ja. Aber ist das Leben mit Kindern nicht allgemein recht teuer? Und muß denn alles immer auf Familien mit Kindern ausgerichtet sein? Es gibt auch eine Menge anders besetzter Haushalte.
 
 
 
0 #2 Frank Gundel 2012-04-28 13:17
"das neue Großbad" will die Braunschweiger und Auswärtige anlocken mit 4 25m-Bahnen zum freien Schwimmen. Daneben gibt es für Schul- und Vereinsschwimme n 6 weitere Bahnen a 25m.
Dafür fallen in den mit Schließung bedrohten Bädern 12 Bahnen weg!
Wenn man dann noch bedenkt, dass es im bereits existierenden Wolfsburger Konkurrenzbad 10 Bahnen a 50m und insgesamt 3.000 qm Wasserfläche gibt (in de4r Braunschweiger "wasserwelt" nur 1.200 qm), kann die Schlussfolgerun g nur sein, dass das so wichtige "Image" hier wieder Vieles kompensieren muss.
 
 
 
0 #1 Ulrich Wegener 2012-04-27 18:54
Leider hat die SPD in der Bäderfrage versagt, weil sie nach der Wahl ihre eigene Forderung im Kommunalwahlpro gramm verraten, SPD Ortsvereine betrogen hat. Dabei war die Zeit von zentralen Großbädern schon damals längst vorbei. Und es gab einen deutlichen Bürgerentscheid für den Erhalt und den Ausbau von Bädern in den Stadtteilen und Dörfern. Mit de Die Grünen war es nicht nur nicht besser sondern noch schlimmer. Jetzt muss die Bürgerbewegung wieder aktiv werden. Sonst tut sich im Rat der Stadt nichts. Zu einem Treffen der SPD Ortsvereine muss so schnell wie möglich eingeladen werden. Zunächst ohne Fraktion und UB-Vorstand. Um gemeinsam zu beraten, wie Vorstand und Fraktion zur Vernunft in der Bäderfrage ermutigt, wenn nötig gezwungen werden.
 
 

 

Interview mit dem Verkehrsexperten Roland Sellien: Die Stadt kann was tun, sie muss nur wirklich wollen

Der Braunschweig-Spiegel sprach mit dem weit über Braunschweigs Grenzen hinaus bekannten Verkehrsexperten Roland Sellien. Die Fragen stellte B-S-Redakteur Uwe Meier.

Frage: In der neuen Ausgabe März/April 2012 der Umweltzeitung schreiben Sie einen fundierten Beitrag über die Verkehrssituation. Ist der ICE-Haltepunkt Braunschweig in Gefahr?

Sellien: Ja. Ob der ICE-Abschnitt Berlin – Braunschweig – Frankfurt(M) komplett wegfällt, nur zeitweise, also beispielsweise nur noch ein 2h-Takt, oder auf einen IC umgestellt wird, kann zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings noch nicht gesagt werden.

Was ist der Grund dafür?

Brief an die "Gestalter" der Stadt Braunschweig

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns mit diesem Brief an Sie, da es um die Stadt Braunschweig, UNSERE (Heimat)Stadt, geht. Genauer gesagt, geht es um das Braunschweiger Nachtleben. Dieses hat sich in den vergangen Jahren massiv verändert. Leider zum Schlechten.

Braunschweig ist die zweitgrößte Stadt in Niedersachsen. Zudem ist sie eine Universitätsstadt mit über 15.000 Studenten. Die Freizeitgestaltung und die Anziehungskriterien haben sich in Braunschweig in den vergangenen Jahren sehr vorteilhaft entwickelt. Der Ausbau der Volkswagen Halle, das Einkaufszentrums „Schlossarkaden“ und die Sanierungen des inneren Stadtkerns, sowie die Ausbesserung der Verkehrsanbindung, haben positiv zur Stadtentwicklung und zum Stadtbild beigetragen.

Allerdings ist diese positive Entwicklung nur in der Freizeitgestaltung am Tage sichtbar. In der Nacht schwindet dieses positive Bild. Die Bar- und Clubszene in Braunschweig entwickelt sich stetig zurück. Zudem ähneln die wenigen noch vorhandenen Clubs in Braunschweig sich immer mehr, sodass es zunehmend „egal“ ist, welche Location am Abend von den jungen Erwachsenen aufgesucht wird. Dies ist, unserer Meinung nach, eine hindernde Entwicklung der Stadt und des Stadtbildes. Denn eine Universitätsstadt ist zwar einerseits durch ihre Lehr- und Ausbildungsmöglichkeiten attraktiv, allerdings auch durch ihre Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und besonders durch ihr Nachtleben. Schwinden die Clubs in Braunschweig, so verringert sich – langfristig gesehen – auch die Attraktivität der Stadt für Studenten und somit potentiellen Akademischen Nachwuchs und gebildeten Einwohnern.

Aber nicht nur der Vereinheitlichung der Clubs in Braunschweig sehen wir negativ entgegen. Auch die immer weiter aufkommende Ausländerfeindlichkeit an den Türen dieser Locations. Denn, die ehemalige Hansestadt ist nicht nur für deutsche angehende Studenten attraktiv, sondern auch für Erasmusstudenten. Auf Grund unserer Arbeiten in dem International Office der TU Braunschweig, haben wir mehrfach erlebt, dass ausländische Studenten der Zutritt zu Discotheken und Clubs auf Grund ihrer Herkunft untersagt wurde. Somit verschlechterte sich das Bild dieser Kommilitonen und Freunde bezüglich der sonst so offenen und freundlichen Stadt dramatisch. Auch wenn diese Aussortierungen nicht offiziell sind, so sind sie doch offensichtlich und jedem bekannt. Diese Ausländerfeindlichkeit wirkt sich zudem auf die Attraktivität der Stadt aus.

Transition Town – auch für Braunschweig?

Am diesem Wochenende findet in Hannover der Visionskongress von Transition Town Hannover satt. Der Begriff bedeutet in etwa „Stadt im Wandel“ und meint das Initiieren von lokalen und regionalen Gemeinschaftsprojekten im Sinne einer nachhaltigen Ökologie. Die Entwicklung der TT-Bewegung in Hannover begann folgendermaßen: der Sozialwissenschaftler Thomas Köhler las vor ca. zwei, drei Jahren das legendäre Standardwerk „Energiewende – Das Handbuch“ von Rob Hopkins. Er lud im November 2010 zu einem Auftaktkongress. Auf diesem wurde der Beschluss gefasst, sich der Transition-Town-Bewegung anzuschließen.

 

BZ vor Ort – wie schön! Zu Friede, Freude, Eierkuchen in Volkmarode

Es war ein großer Bericht - eine Doppelseite - in der Braunschweiger Zeitung heute. Das kulturelle Leben, einschließlich die neue und erfolgreiche IGS in Volkmarode wurden vorgestellt. Selbstverständlich wurde auch über die Verlängerung der Straßenbahn bis ins Neubaugebiet Volkmarode-Nord berichtet. Befürworter und Gegner kamen zu Wort. War`s das?

FBZ-Gelände: "Vorlage zum Grundstücksverkauf Skandal ersten Ranges"

Als "Skandal ersten Ranges" werten die GRÜNEN das Vorhaben der Verwaltung, den alten (nur noch bis Ende Oktober amtierenden) Rat über den wiederholten Verkauf des FBZ-Geländes im Bürgerpark (Nîmes-Straße 2) entscheiden zu lassen. "Das darf doch wohl nicht wahr sein", empört sich der GRÜNE Fraktionschef Holger Herlitschke. "Trotz ihrer Wahlniederlage am 11. September versucht die CDU, noch vor dem endgültigen Machtverlust bei den Prestigethemen PPP-Projekt und FBZ-Gelände ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Das FBZ-Gelände will OB Hoffmann nun schon zum zweiten Mal an einen Investor veräußern und damit erneut ein öffentliches Grundstück privatisieren. Es versteht sich von selbst, dass wir GRÜNEN da nicht mitspielen."

Anders sehe es dagegen seiner Einschätzung nach bei der SPD aus: "Um die Zustimmung von Manfred Pesditschek und Co. zu bekommen, ist neben dem anvisierten "First Class Superior Hotel" (ehemals "Vier Sterne Plus Hotel") im Bürgerpark von einem Tagungshotel an der Stadthalle (Leonhardplatz) und von einem soziokulturellen Zentrum im Westen oder Norden der Stadt die Rede. Offensichtlich sollen noch kurz vor Beendigung der alten Ratsperiode Vorhaben abgeräumt werden, die zwischen den größeren Fraktionen strittig sind oder waren. Das Ganze sieht sehr nach einem Deal zwischen CDU und SPD aus. Wobei beide möglicherweise die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben - unseres Erachtens ist weder das eine noch das andere Hotelprojekt finanziell gesichert. Schließlich wurde jahrelang erfolglos nach Investoren für beide Standorte gesucht und außerdem ist Kanada-Bau bei der Vermarktung des FBZ-Geländes nicht ohne Grund gescheitert."

Aber der entscheidende Punkt sei nicht die inhaltliche Verbrämung des neuerlichen Grundstücksverkaufs, sondern der Zeitpunkt der Beschlussfassung: "Es ist höchst fragwürdig und widerspricht unserem Demokratieverständnis, eine so wichtige Entscheidung noch schnell mit den alten Mehrheitsverhältnissen vor der Konstituierung des neuen Rates am 8. November durchzupeitschen. Wir fordern die SPD auf, diesem Vorgehen ihre Zustimmung zu verweigern und gemeinsam mit uns Druck auf die CDU und die Verwaltungsspitze auszuüben, um dieses Vorhaben zu stoppen!"

 

 


Kommentare   
 
0 #2 Frank Erfurth 2011-09-29 15:16
Es gibt keine Demokratie mehr in Deutschland da es nur noch Entscheidungen gibt die das Geld und den Gewinn betreffen!somit bitte Demokratie streichen in den Empörungskomentaren!Privatisierung wird weiterhin bestehen da medien keine kraft haben und Bevölkerung ihren eigenen weg geht!Versprechen wie dank Prvatisierung wird alles günstiger sind nur versprechen ohne rechtliche Verbindlichkeit !Verpflichtend ist einzig das Kapital seinen Finanzgebern!
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0 #1 W Karl Schmidt 2011-09-26 03:33
Dies ist weniger eine inhaltliche Kommentierung des vorstehenden Beitrages, - die darin zum Ausdruck gebrachte Empörung über neuerliche Tricksereien der großen Ratsfraktionen teile ich, - vielmehr eine Frage an die Macher des Braunschweig-Spiegel.de :
Weshalb ermöglicht man an dieser Stelle Frau Barbara Schulze, mit Bezug auf Herrn Herlitschke, ein "Grundsatz"-statement der Bündnis90/Die Grünen zu einem neuerlichen ppp-Projekt zu plazieren, - dies mit anschließender Warnung an die SPD, im Sinne von: "So springen wir nicht unter eure Decke"?
Weshalb wird dabei nicht ausgekehrt, dass Frau Schulze Fraktionsmitarbeiterin der Bündnis90/Die Grünen ist?
Weshalb läßt sich Frau Schulze in diesem Zusammenhang nicht zu Positionierungen "ihrer" Fraktion bei den vergangenen ppp-Projekten ein?
 
 

Die RegioStadtBahn ist tot, es lebe die Regiobahn 2014+!

Regiobahn 2014+ oder wie der Bürger veralbert wird

Grandios ist die RegioStadtBahn (RSB) gescheitert! Es ist eine Fehlleistung über die Fachleute bundesweit noch lange den Kopf schütteln werden.

Unser um Wortschöpfungen nicht gerade verlegene „Zweckverband Großraum Braunschweig“ (ZGB) beglückt rechtzeitig vor der Kommunalwahl die überraschte Öffentlichkeit (und Politik) mit der wunderbaren Aussicht auf das Paradies auf Schienen in der Region, mit der neuerdings beworbenen Regiobahn 2014+. (Siehe Braunschweig-Spiegel: Das Märchen - oder die wundersame Wandlung von der RegioStadtBahn zur Regiobahn).

 

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