Seit 60 Jahren unfassbare Zustände: Sinti wollen endlich eine Wasserleitung

Gruben symbolisch den Kanal für die neue Wasserversorgung (v.l.): Wolfgang Wiechers, Peter Rosenbaum, Heinz Stein (Vorsitzender Sinti-Forum) und Tanja Bonnet. Foto: Marcus von Bucholz

Braunschweigs Sinti vom Wohnwagenplatz Madamenweg sind keine Bürger dritter Klasse. Sie bezahlen Miete an die Stadt für ihre Stellplätze. Sie haben einen rechtsgültigen Mietvertrag. Und seit Jahrzehnten keine eigenen Wasseranschlüsse.

Ein trostloser Platz: Die Stadt hat den von ihr vermieteten Lebensraum der Sinti am Madamenweg jahrzehntelang verkommen lassen. Foto: Marcus von Bucholz

Jetzt begehren sie auf. Auf Initiative von BiBS-Stadtbezirksrätin Heiderose Wanzelius, die sich seit langer Zeit um die Belange der Ausgegrenzten kümmert, fordern sie lediglich: „Diese unhaltbaren sanitären Zustände müssen behoben werden. Auf diesem Platz, für den die Stadt Geld kassiert, leben rund 50 Menschen. Darunter fast zwanzig Kinder. Und es gibt nur einen einzigen Wasserhahn in einem heruntergekommenen Gemeinschaftswaschhaus“, so Heinz Stein, 1. Vorsitzender des Sinti-Forums.

Für diese verrotteten Sanitäranlagen verlangt die Stadt im Madamenweg rund 100,- € Miete. Geld für Farbe ist nicht vorhanden, sagt die Verwaltung. Foto: Marcus von Bucholz

Die SPD im Rat der Stadt hat wohlwollend die „Prüfung einer grundsätzlichen Ertüchtigung der Sanitäranlangen vor Ort“ angekündigt. Andere ehemalige Regierungsparteien (wie etwa die CDU) haben das Problem jahrzehntelang einfach unter den Tisch gekehrt.

Die Bewohner haben sich am Madamenweg trotz der Widrigkeiten in sechzig Jahren eine Heimat geschaffen. Foto: Marcus von Bucholz


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