Rentenreform löst Probleme nicht

"Pressemitteilung"

Nicht nur Geringverdiener brauchen neue Anreize zum Sparen

Eigene Versorgungslücke ist vielen Menschen nicht bewusst, Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert Einführung eines neuen kostengünstigen Basisvorsorgeprodukts

    Aktionstag zum Weltverbrauchertag soll Verbraucher sensibilisieren

Sicher ist: Das Rentenniveau wird in Deutschland weiter sinken. Wer nicht privat vorsorgt, steuert auf eine Versorgungslücke im Rentenalter zu. Doch was ist notwendig, um diese Lücke zu schließen? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht die von der Bundesregierung verkündeten Maßnahmen kritisch. Sie fordert ein neues, kostengünstiges Basisvorsorgeprodukt und setzt sich für eine bessere Verbraucherinformation ein. Denn nur wer seine Rentenansprüche kennt, kann rechtzeitig vorsorgen. Zum Weltverbrauchertag am 15. März bietet die Verbraucherzentrale daher kostenlose Kurzberatungen an.

Die von der Bundesregierung verkündeten Maßnahmen zum Ausbau der betrieblichen Altersversorgung werden nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Niedersachsen nicht den gewünschten Erfolg erzielen. „Solange gesetzlich Krankenversicherte auf die spätere Betriebsrente die vollen Sozialabgaben zahlen müssen, wird jeder Reformversuch zum Scheitern verurteilt sein“, sagt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Auch bleibt abzuwarten, ob die Einführung neuer Freibeträge bei Grundsicherungsleistungen im Alter neue Anreize schafft. Denn in Zeiten niedriger Zinsen ist es nicht nur für Einkommensschwache, sondern zunehmend auch für Gutverdiener und Selbständige schwer, ausreichend vorzusorgen.
„Leider konnte die Riester-Rente weder in puncto Reichweite noch in der Leistungsstärke ihre Ziele erreichen“, sagt Gernt. „Daran wird auch die ab 2018 vorgesehene Anhebung der Grundzulage von 154 Euro auf 165 Euro nichts ändern.“ Positiv sei hingegen die bei der betrieblichen Riester-Rente jetzt geplante Abschaffung der Sozialabgabenpflicht in der Auszahlungsphase zu bewerten. Allerdings beseitige sie letztlich nur die seit Jahren bestehende Ungerechtigkeit der doppelten Verbeitragung. „Was wir brauchen, ist ein neues, einfaches, kostengünstiges und möglichst renditeträchtiges Basisprodukt zur Altersvorsorge“, ist Gernt überzeugt. Wichtig sei es weiterhin, zumindest über eine Reduzierung der hundertprozentigen Beitragspflicht zur Krankenversicherung für Betriebsrenten nachzudenken.

Aktionstag zum Weltverbrauchertag

Am 15. März 2017 bieten Experten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen von 10 bis 17 Uhr Kurzberatungen an: Verbraucher können sich über das eigene Rentenkonto informieren und alle Fragen zur gesetzlichen Rente direkt klären. „Gemeinsam mit Experten der Deutschen Rentenversicherung wollen wir Klarheit schaffen und die Verbraucher über ihre individuelle Situation informieren“, so Gernt. Ziel ist es, das Problembewusstsein zu schärfen und Verbrauchern zu helfen, die Versorgungslücke zu schließen.
Es ist eine Anmeldung mit Nennung der Rentenversicherungsnummer unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratungsstellen oder telefonisch unter (05 11) 9 11 96-0 (Mo-Do 9 bis 17 Uhr, Fr 9 bis 14 Uhr) erforderlich. Wer für den Ehegatten oder Partner Auskünfte einholen möchte, benötigt eine schriftliche Vollmacht.
Achtung: In einzelnen Beratungsstellen sind die Termine schon fast ausgebucht. Interessierte sollten sich kurzfristig entscheiden.
Ergänzend bietet die Verbraucherzentrale Niedersachsen an diesem Tag für den angemeldeten Personenkreis in einzelnen Beratungsstellen kostenfreie Kurzberatungen zur privaten und betrieblichen Altersvorsorge und zu Versicherungen an.



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