Virtuelle Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung

Unveröffentlichter Leserbrief an die Braunschweiger Zeitung vom 12.09.2006

Krisensitzung bei der SPD
Artikel in der Braunschweiger Zeitung vom 12.09.2006, Seite 17

Herr Ernst-Johann Zauner berichtet in seinem Artikel von einem Treffen des SPD-Unterbezirks Braunschweig: "Klare Worte ürber das Abschneiden der SPD ... fand Gerhard Glogowski" und "Detlef Kunkel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall resümiert ...". Pech ist nur, dass dem Vernehmen nach die Herren Zauner, Glogowski und Kunkel an der Sitzung gar nicht teilgenommen haben. Erfolgte der Bericht also wider den Pressekodex des Deutschen Presserats?

Ralf Beyer

Die BZ und die Lügen ...

Auf der BZ-Veranstaltung zur Kommunalwahl am 6.9.06 wurde der Vertreter der CDU - Ratsherr Wolfgang Sehrt - präzise gefragt, warum er von 30% mehr Arbeitsplätzen bei der Flughafengesellschaft DLR im Rat gesprochen habe, nachweislich diese Steigerung aber unwahr sei. Die BZ hatte Herrn Sehrt entsprechend öffentlich zitiert. Herr Sehrt antwortete darauf, er habe diese Behauptung nur gemacht, weil er auf einer Tagung von einem Redner diese Information erhalten habe, er habe also nur zitiert. Eine Richtigstellung in der BZ erfolgte bis heute nicht, weil die BZ offensichtlich zu den Flughafenbefürwortern gehört und diese Aussage die Befürworter unterstützt, auch wenn sie nachweislich falsch ist. Vergesslichkeit oder absichtliche Irreführung der Leser?
Zur Abwasserprivatisierung wurde CDU-Ratsherr Sehrt präzise gefragt, ob es eine Verpfändung von Gebühren an Banken über die Dauer von 30 Jahre gäbe, um Kredite in Höhe von 220 Mio. € zu Lasten der Gebührenzahler aufzunehmen. Im Beisein des stellvertretenden Chefredakteurs und von drei Lokalredakteuren bestritt Herr Sehrt, dass es Verpfändungen von Gebühren gebe, die Behauptungen der Bürgerinitiative wären unwahr.
Am 17. November 2005 hatte der Rat zur Abwasserprivatisierung beschlossen: "Nach den zu schließenden Verträgen erfolgt die Finanzierung des Ankaufs des Nutzungsrechts für das Kanalnetz (übrigens laut Presseerklärung der Stadt v. 21.8.06 220 Mio. €) und des sonstigen Sachanlagevermögens sowie der Neuinvestitionen durch die StEB [Stadtentwässerung Braunschweig GmbH] mittels einer kommunalen Forfaitierung mit Einredeverzicht." (Ratsbeschluss 17.11.05).
"Die Forfaitierung ist eine Finanzierungsform, bei der später fällig werdende Forderungen regresslos an eine Bank verkauft werden" (www.docju.de/lexikon). In diesem Fall also unsere zukünftigen Gebühren ...

Auf eine präzise Nachfrage behauptet ein CDU-Ratsmitglied auf einer BZ-Veranstaltung vor mehreren hundert Zuhörern die Unwahrheit und beschuldigt die Bürgerinitiative der Lüge. Vier BZ-Redakteure hören zu - keiner hält die infame Behauptung des CDU-Ratsmitglieds für eine Meldung wert. Die Leser der BZ werden damit über verdeckte Kredite zu ihren Lasten nicht aufgeklärt. Die Bürgerinitiative hatte der BZ dazu alle Dokumente zur Verfügung gestellt und Presseerklärungen abgegeben. Vergesslichkeit oder bewusste Irreführung?

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Das wahre Wunder von Braunschweig

BZ-Chef-Redakteur Raue beantwortet Leserbrief von Christoph Sündermann.

Siehe Artikel auf unser-braunschweig.de: Vergebliches Warten auf Richtigstellung (4.9.2006 22:22:15 Uhr)

Das wahre Wunder von BS ist nicht finanzieller Natur, wie wir nachweisen konnten, sondern es ist die Antwort des Chef-Redakteurs Paul-Josef Raue auf einen Leserbrief von Christoph Sündermann. Demnächst werden, nach unserer Vermutung, sämtliche nicht abgedruckten Leserbriefe vom Chefredakteur der BZ persönlich beantwortet. Dies ist ein weiterer Schritt hin zu Glasnost und Perestroika in der BZ-Redaktion, denn schließlich heißt Demokratie ja Volksherrschaft, und die sollte sich ja auch so bemerkbar machen. Auf dieses Beispiel sollten Sie sich bei demnächst-nicht-abgedruckten Leserbriefen berufen können.

Vergebliches Warten auf Richtigstellung

Der Wahlkampf der B"Z" für Hoffmann läuft auf Hochtouren: und wieder einmal bestätigt sich das, was dem Volksmund schon bekannt ist: Glaube nicht, was in der Zeitung steht...

Wiederholt werden die politischen Gegner Hoffmanns falsch zitiert, Wesentliches weggelassen, und so das Gesagte bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Ein besonderes Beispiel...

BIBS-Kandidat Christoph Sündermann, der am 22.8.2006 Teilnehmer beim Leser-Fragen-Interview mit Herrn Niebel (FDP) war, veröffentlicht hier nun seine Original-Fragen und die Aufforderung zur Richtigstellung, der die BZ bis heute nicht nachgekommen ist.

Braunschweiger Zeitung kritisiert Fassaden-Enthüllung

In ungewohnt scharfer Form geißelt Redakteur Zehme auf Seite 1 des Lokalteils am 28.08.06 die Zustände während der feierlichen Portikus-Enthüllung unseres wiedererstandenen herrlichen Welfenschlosses. Seine Kritik nimmt kein Blatt vor den Mund:
· Zu wenige Getränkewagen
· Versiegen einer „Bierquelle“
· Zu wenig Personal an den Trinkständen
· Ein Stand hatte zu wenig Wechselgeld

über die Gründe dieses plötzlichen Wechsels von unkritischer Hofberichterstattung zu ätzender Anklage wird in Beobachterkreisen heftig spekuliert.
Ist es schlicht die Verärgerung darüber, dass dem baulichen Größenwahn keine angemessene Alkoholversorgung der Bevölkerung folgte? Jugendliche sahen sich sogar genötigt, ihr Bier selbst mitzubringen, einer rief Richtung Residenzschloss aus: „Ein weiterer Grund für die Jugend zum Trinken!“

Vorhänge-Schloss klemmte

Was als Ereignis von historischer Bedeutung für Braunschweig angekündigt war, nämlich die feierliche Portikus-Enthüllung, geriet zu einer unfreiwilligen Realsatire. Die von der Hamburger Unternehmensgruppe ECE GmbH & Co. KG inszenierte Feier zur Fertigstellung der Schaufassade ihrer Einkaufs-Mall im spätklassizistischen Retro-Outfit floppte nicht nur aufgrund eines technischen Defekts. Die unfreiwillige Komik des Spektakels war dafür ebenso verantwortlich. Der haltlose Vergleich des Baus als Beispiel einer hervorragenden baulichen Rekonstruktion mit der Wiedererrichtung der Dresdener Frauenkirche und die dann folgende billige choreographische und technisch schlechte Inszenierung der Wahlkampfauftaktveranstaltung des Braunschweiger Oberbürgermeisters zeugen von mangelndem Realitätssinn und erschreckendem Größenwahn.

Braunschweiger Zeitung kündigt die von ihr selbst vorgeschlagene Fairness im Kommunalwahlkampf

Die Braunschweiger Zeitung hatte den im Kommunalwahlkampf vertretenen Parteien und Gruppierungen eine faire Berichterstattung zugesichert. Schon früh konnte man daran zweifeln, da die Berichterstattung von den Lobpreisungen über den Amtsinhaber dominiert wurde. Nun hat jedoch der Chef der Lokalredaktion Braunschweig, Ralph-Herbert Meyer, in seiner heutigen Kolumne "Hallo Braunschweig" deutlich zum Ausdruck gebracht, für wen sein Herz schlägt bzw. welchen "Gegner" es für Herrn Hoffmann zu schlagen gilt.
In polemischer Weise wird die Freitagsveranstaltung der BIBS mit den Privatisierungskritikern Rügemer und Selenz dazu genutzt, um die BIBS als ein radikales Sammelbecken von links und rechts zu diffamieren. Ex-Salzgitter AG Vorstandsvorsitzender und Ex-FDP-Oberbürgermeisterkandidat für Salzgitter, Hans-Joachim Selenz, wird für seine ehemalige Kandidatur für die "Partei rechtsstaatlicher Offensive" in die rechtsradikale Ecke gerückt. über die NPD-Vergangenheit des amtierenden Oberbürgermeisters als mehrjähriger Funktionär in herausgehobener Position schweigen Hoffmann-Intimus Ralph-Herbert Meyer und seine Zeitung dagegen seit Jahren.
Der Deutsche Presserat wird sich mit der Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung und ihrer parteilichen Rolle im Kommunalwahlkampf beschäftigen müssen. Wann die Geschäftsleitung der Zeitung endlich auf die viele Braunschweiger abschreckende Berichterstattung reagiert, bleibt abzuwarten.

Ernst August kommt auch zur Fassaden-Feier!

Für Unterhaltung ist also gesorgt: nicht nur Gaukler und Würstchenverkäufer sollen die Neugierigen am Samstag hinters Licht führen. Auch Klatschspalten-Dauer-Unterhalter mit Ernst-August von Hannover an der Spitze werden mittels erlesenen Speisen und Getränken ins ECE gelockt. (*)
Nach Anleuchtung und Präsentation des quasi wiedererstandenen Schlosses soll dann ein wahrhaftiger Fürst aus Hannover dem heimlichen Fürsten zu Braunschweig auf den Thron helfen! Hoffentlich hat Hoffmann an das Dixi-Klo gedacht!
Die Untertanen sollten dem Ruf Folge leisten und sich um 21 Uhr an der Fassade einfinden. Und, zur Huldigung, vergesst die Geschenke nicht!

* Im Innern des Portikus wird dafür extra eine Überdruck-Zeltblase
installiert; darin gedeckte Tische, an denen nach der Licht-Show die 60
Ehrengäste des Spektakels ab 22 Uhr mit italienischem Rot- und Weißwein und
kurdischen Köstlichkeiten bewirtet werden.

Eingang der Kaufhauskulisse wird pünktlich zum Wahlkampffinale eingeweiht

Das ECE-Einkaufszentrum ist zwar noch lange nicht fertiggestellt, dennoch soll – pünktlich zur heißen Phase des Kommunalwahlkampfes - am Sonnabend, den 26.08.06 um 21.00 Uhr schon einmal die Fertigstellung des Eingangs in Form eines vorgeblendeten Säulenportikus' festlich begangen werden (auf dem Transparent treffend im ECE-Jargon mit „Schloss Braunschweig“ tituliert).
Ob diese sinnlose Inszenierung dem noch amtierenden Oberbürgermeister, dem „energischsten Anwalt des ECE-Projektes“ (Die Welt, 10. Dezember 2003), Unterstützung durch die Braunschweiger Bevölkerung einbringt, darf angezweifelt werden.
Man darf jedenfalls gespannt sein, ob nun der Veolia-Konzern dem Beispiel folgt und sich als Dank für die energische Durchführung der Abwasserprivatisierung ebenfalls ein Wahlkampf-Bonbon einfallen lässt.

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