Ufo-Angst in Braunschweig - stahlen Marsmenschen die Brunonia

Geneigte Leserin, geneigter Leser! Da ich mich unter die Volksmassen mischte, um meine Ansichten zu dem „Schlossspektakel“ auf meine eigene Weise kundzutun, wurde ich, weil ich Flugblätter verteilte, häufiger mit einer offiziellen Auskunft verwechselt und gefragt, was mit der Wagenlenkerin und dem Wagen sei. Was sollte damit sein? Ich wusste, was diese Sache betraf, nicht was die Leute meinten.

Zur Erinnerung in Sachen "Schloss"

Bei aller Folklore (von mir aus auch Gegenfolklore), die jetzt in Sachen "Schloss" verbreitet wird, soll noch einmal auf Grundlagen des schönen Scheins verwiesen werden.

Das "Schloss" gehört nicht der Stadt Braunschweig und schon gar nicht den Braunschweiger Bürgerinnen und Bürgern. Es gehört einem internationalen Immobilienfonds der Credit Suisse Asset Management.

Die Stadt Braunschweig hat lediglich die Fassade bezahlt, die ihr nicht gehört (indem die Kosten dafür mit dem Kaufpreis für das Grundstück verrechnet wurde und ECE letztlich keinen Kaufpreis für das Grundstück zu zahlen hatte). Zusätzlich zu jährlichen Kosten von mehr als 1 Million an Miete und Nebenkosten - was für Braunschweiger Verhältnisse ein hoher Mietpreis ist - hat die Stadt auch noch 2,8 Millionen in die Inneneinrichtungen für die zu mietenden Räume investieren müssen, und mehr als eine Millionen wurden jetzt von Stadt und Stiftungen (die darüber andere Projekte vernachlässigen müssen) noch investiert, um ein schlossähnliches Ambiente für Räumlichkeiten herzustellen, die der Stadt nicht gehören.

Die Kosten für den schönen Schein von üppigem Reichtum ad gloriam Hoffmannensis werden auf die Zukunft, auf künftige Generationen abgewälzt; öffentliches Eigentum wird dafür schamlos verzehrt und verjubelt und Schulden werden zum Teil nur verschoben. Vier Mal hat sich Hoffmann hier schon für dies Projekt feiern lassen:

- Bohlweg-Einweihung
- Fassaden-Einweihung (fremdfinanzierte pro-Hoffmann "Wahlkampfveranstaltung")
- Kaufhaus-Einweihung
- "Schloss"-Einweihung

Lügen haben kurze Beine - oder die Verschiebung von Wahrheit (Teil 32)

Auf eine Anfrage der Grünen Ratsfraktion gab Kulturdezernent Laczny in Vertretung des Oberbürgermeisters am 13. April 2007 folgende Antwort:


Folgende Stellungnahme gab Kulturdezernent Wolfgang Laczny dann in Vertretung des Oberbürgermeisters für die Ratssitzung vom 2. Mai 2007:

Berichte zur Kundgebung: "Die Gedanken sind frei"

Die TAZ bringt zur Kundgebung vor dem Braunschweiger Rathaus für Meinungsfreiheit und für Solidarität mit Hartmut El Kurdi einen Bericht, der einen "ungeordneten Rückzug" des Braunschweiger Oberbürgermeisters feststellt, und einen Kommentar, der ihm "Unprofessionalität und Gutsherrendenken" bescheinigt.

Berlin lernt von Braunschweig

Kritiker, die das Kaufhausprojekt über dem Braunschweiger Schlosspark für rundum misslungen halten (zu denen ich mich zugegeben zähle), werden es kaum glauben. Aber das Projekt trägt doch Früchte, wenn auch im negativen Sinne. Berlin kann daraus lernen wie man es jedenfalls nicht machen sollte, und Berlin ist offenbar auch fest entschlossen, daraus zu lernen:

 

"Braunschweig ist der Sündenfall, der nun auch in der fassadenfixierten Berliner Schlossdebatte zum Umdenken zwingt. Der Schock, im ehemaligen Welfenschloss nach Eintritt durchs Schlossportal in einem Starbucks-Café und einem banalen Einkaufszentrum zu landen, bestärkt diejenigen, die eine Kongruenz von Form und Inhalt fordern. „Eine Schrumpfform von Schloss gibt es nicht“, fasst es der Architekturkritiker Dankwart Guratzsch zusammen, und der Berliner Stararchitekt Hans Kollhoff fordert „das ganze Schloss, keine Attrappe“, also eine Rekonstruktion auch der bedeutenden Innenräume sowie der monumentalen Treppen und Durchgänge: „Das Schloss muss prunkvoll sein“, so seine Devise."

 

Ein Hoffnungsschimmer für die Stadt und ihre Presse?

Kürzlich kaufte die Verlagsgruppe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung die Braunschweiger Zeitung. Offenbar zieht der Verlag schon erste Konsequenzen, was bitter nötig ist.

Denn die Frankfurter Rundschau berichtet heute, dass der Verlag für alle seine Zeitungen gewisse journalistische Qualitätsstandards festlegen will, die keinesfalls unterschritten werden dürfen. Diese Standards gelten dann also auch für die Braunschweiger Zeitung. Am Mittwoch soll der Pressekodex verkündet werden.

Ein Märchen wird wahr - weiterer Beitrag zur Weihefeier des Schlosses

Es wird ein großes, ein einmaliges Ereignis werden: die Weihe der Braunschweiger Schloss-Fassaden. Nicht nur dem Auge, allen Sinnen soll ein hohes Fest bereitet werden. Matthias Witte gab hier schon einige Anregungen zur Bemessung und Perfektionierung des Hörgenusses. Können doch Schallwellen, anders als sonstige Artikel des täglichen und des periodischen Bedarfs, direkt den Weg ins Herz der geneigten Konsumenten finden. Ein Leser unserer Seiten bereitet nun auch dem Gaumen ein ganz besonderes Fest. Um die Weihefeier vollends zum Gesamtkunstwerk zu erheben und damit auch die Marktgängigkeit der Schloss-Fassaden zu pushen, hat er ein neues,  qualitativ hochwertiges Designer-Weinlabel rekonstruiert. Denn anders als der musikalische Schall, der ergreift und bewegt, verschafft ein Fest des Gaumens Nähe, ja es ereignet sich unmittelbare Identität. Wie Tellenbach richtig wahrnimmt: "Im Tätigsein des Geruchssinns wie des Geschmackssinns verschmilzt das Subjekt mit der in Duft und Geschmack sich präsentierenden Welt."

alt

Nachlesen im Fall Hoffmann / El Kurdi

- In der Zeit dieser Woche ist vorgestern ein sehr lesenswerter, ausführlicher Artikel erschienern. Dankenswerterweise ist er auch als Link abrufbar.
- Der Abgeordnete Jürgen Trittin hat eine Anfrage im Bundestag dazu gestellt und auch der Bundestagsabgeordnete Carsten Müller beobachtet das Geschehen in Braunschweig aus Berlin und hat auf eine Anfrage Stellung zum Fall Hoffmann / El Kurdi genommen.
- Und was macht El Kurdi? Wird er das Angebot aus dem fernen Hannover für politisches Asyl letztlich annehmen? Wir wissen es nicht, wissen aber, dass er sich inzwischen auch ernsthafteren Charakteren, Berufungen und Berufen widmet, so in der TAZ etwa Verkäufern von Musikinstrumenten.


alt

Geschichten aus dem Rathaus oder die Abwicklung von Sinn und Verstand (Teil 31)

Eine diesbezügliche Anfrage der Grünen Ratsfraktion von Braunschweig hatte Folgen:
über den Kulturdezernenten reagierte die Verwaltung der Stadt Braunschweig mit einer erstaunlichen Selbstentblößung, sagte sinngemäß ebenso offen wie offensiv: "Wir, die Verwaltung der Stadt Braunschweig (hier synonym für: Ich, Dr. Gert Hoffmann), diskriminieren Hartmut El Kurdi, weil er Dinge sagt, die uns nicht gefällig sind und nicht gefallen."

Es geht weiter. Eine "Akte" El Kurdi, die die Stadt vorlegte, war zwar umfangreich, aber wenig überzeugend. So legte die Verwaltung der Stadt nach: Bei Aussagen von El Kurdi ginge es auch "um Behauptungen, der OB habe sich "an die Macht geputscht" - so eine Pressemeldung der Stadt Braunschweig vom 17. April.

"Subway" steht zu El Kurdi und berichtet selbst über Diskriminierungen

Subway, die Braunschweiger Stadtzeitschrift, in der Hartmut El Kurdi die meisten seiner beanstandeten Kolumnen geschrieben hat, stellt sich hinter den amtlich diskriminierten Autor und berichtet selbst in einer Presseerklärung von Diskriminierungen durch die Stadt.

Wir berichteten hier, dass der Fall Hoffmann / El Kurdi kein Einzelfall ist und dass nicht nur das Kulturamt, sondern auch das Presseamt von der Verwaltung der Stadt Braunschweig missbraucht wird, um missliebige Personen auszugrenzen und zu diskriminieren. Auch andere Publikationen, wie die Umweltzeitung, die kritische Beiträge gegen den Oberbügermeister publiziert haben, bekamen zu spüen, dass die städtischen Gesellschaften mit sehr hohem Werbeetat, denen Oberbügermeister Dr. Gert Hoffmann vorsteht, ihnen die Anzeigen entzogen, was sich ja auch sehr leicht überprüfen und nachweisen lässt.

Wenig Glaubwüdigkeit und viel mehr Hohn klingt deshalb aus der Presseerklärung der Stadt Braunschweig, wenn sie auf die Vorwüfe von Subway antwortet.

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