Nachruf auf Constantin Freiherr Heereman

 

Fällt der Name Heereman, dann werden viele Jüngere fragen: „Wer ist denn das? “Die ältere Generation wird sich erinnern, und sehen den großen schlanken Mann mit Bart vor sich, der eigentlich immer ein freundliches Gesicht machte und sich für seine Bauern als Bauernpräsident einsetzte, war er doch selbst staatlich geprüfter Landwirt.

Seine Familie entstammt einem alten niederländischem Adelsgeschlecht und sein kompletter Name lautet: Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck.

Er starb am 25. Juli im Alter von 85 Jahren.(mz)

 

Ein Kommentar von Jan Heidtmann auf sueddeutsche.de

"Was gut ist für die Bauern, ist längst nicht gut für Deutschland

Immer mehr, immer billiger: Die aktuelle Agrarpolitik ist verheerend für Umwelt und Verbraucher - und die Politik schaut tatenlos zu.

Constantin Freiherr Heereman war ein Bauernpräsident von altem Schrot und Korn. In den fast 30 Jahren, in denen er amtierte, hat er mit drei Bundeskanzlern verhandelt, er war fest in der CDU verwurzelt und ist Hauptmann der Reserve a.D. "Was gut ist für die Bauern, ist gut für Deutschland", lautet der Satz, der seine Ära prägte. Spätestens heute, 20 Jahre danach, ist dieser Satz überholt, Denn was gut ist für die Bauern, ist längst nicht gut für Deutschland.

Die Landwirtschaft zerstört die Umwelt. Die Unmengen an Gülle, die Schweine und Rinder produzieren, machen große Teile des Grundwassers ungenießbar; der Einsatz von Pestiziden führt auf den Äckern dazu, dass Unkräuter resistent werden; je mehr Tiere auf engem Raum zusammengepfercht sind, desto mehr Antibiotika sind notwendig; Insekten und Vögel, ganze Arten, sterben aus, weil sie auf den monotonen Anbauflächen kaum etwas zum Fressen finden. Jeder, der am Wochenende zu einer Landpartie aufbricht, kann das spüren: Auf den Wiesen summt's nicht mehr. (...)"  

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