Gedenktafel für Kuno Rieke zum 120. Geburtstag

 

Foto von links: Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann, der Enkel von Kuno Rieke und Bürgermeisterin Annegret Ihbe

Eine Gedenktafel für Kuno Rieke, Präsident und Vizepräsident des letzten Braunschweigischen Landtages, wurde genau am 120. Geburtstag von Rieke an seinem früheren Wohnhaus, Waterloostraße 14, angebracht. Landtagsvizepräsident, Klaus-Peter Bachmann, erinnerte an das Leben von Rieke.
Bürgermeisterin, Annegret Ihbe, begrüßte die zahlreichen Anwesenden. Nach ihr sprach Klaus-Peter Bachmann, der als Niedersächsischer Landtagsvizepräsident quasi ein „Rechtsnachfolger“ von Kuno Rieke ist. Bachmann dankte Professor Dr. Biegel für die Erarbeitung des Textes der Gedenktafel.

Viel zu selten werde an Kuno Rieke erinnert, stellte Bachmann fest, dabei habe er beispielsweise auf die Schulpolitik einen großen Einfluss gehabt, nicht zuletzt als enger Berater von Heinrich Jasper. 1930 war Rieke Präsident des Landtages, danach Vizepräsident, weil die bürgerliche Parteienmehrheit im Landtag verhinderte, dass Rieke als Präsident wiedergewählt wurde, obwohl die SPD stärkste Partei im Landtag war. Das widersprach der sonst immer üblichen Praxis, dass die stärkste Partei die Regierung und den Landtagspräsidenten stellt, erinnerte Bachmann. Das sei ein Tabu-Bruch gewesen.
Rieke teilte das Schicksal vieler Demokraten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, und war im Konzentrationslager Dachau interniert, wo er schwer erkrankte und starb. Was hätte aus Rieke und anderen Demokraten werden können, wenn sie nicht durch die Herrschaft der Nationalsozialisten ums Leben gekommen wären, fragte Bachmann rhetorisch. Das Gedenken an ihn sei wichtig für alle Abgeordneten, und darum dankte Bachmann der Stadt herzlich für die Aufstellung der Tafel.
Der Enkel von Kuno Rieke, Dr. Peter Rieke, sprach ebenfalls einige Worte. Er nannte seinen Großvater einen „mutigen Geist“.



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