Der Gipfel des Schreckens ist vorüber

 

Nun ist G20 schon wieder Geschichte. Die wichtigen Menschen dieser Erde haben Hamburg bereits verlassen oder sind dabei es zu tun.

Was durften wir doch alles erleben, speziell natürlich die Hamburger! Wir sahen den mächtigsten Mann der Welt und die mächtigste Frau der Welt, ganz dicht beieinander.

Wir sahen brennende Autos, Tumulte, kämpfende Polizisten und Horden von gewalttätigen Demonstranten. Geschäfte wurden geplündert.und total zerstört. Wir sahen Szenen, die es sonst nur in billigen Klamaukfilmen gibt.

Schon eine Woche vor dem Event kündigten viele Geschäfte an, dass für Freitag und Samstag die Läden geschlossen bleiben. Was macht da schon der Umsatzausfall aus, man zahlt dann weniger Steuern.

Zum Schluß bleiben natürlich immer wieder die Kosten. Die Kanzlerin versprach, dass alle entschädigt würden, die Schäden davon getragen haben. Mal sehen, was wirklich dabei rauskommt, und wie lange es dauert. Bisher ist ja nicht einmal klar, wieviel ein relativ friedlicher „Gipfel“ Hamburg gekostet hätte. Doch die Kosten dürften auch kein Problem sein, wir dürfen ja alle teilhaben.

Spätestens jetzt weiss jeder, was „Teilhabe“ wirklich bedeutet. (mz)

 

Wieviel muss Hamburg für die Ausrichtung des G20-Gupfels zahlen? Nun, das wüßten alle gern. Bisher kann über den genauen Betrag spekuliert werden, nur eines ist sicher, das Spektakel wird irre teuer. Zur Orientierung lohnt ein Blick auf vergangene Gipfeltreffen. Der Schutz des G7-Gipfels im bayerischen Elmau im Jahr 2015 kostete etwa 113 Millionen Euro, Bayern bekam später 40 Millionen Euro vom Bund zurück. Dass die realen Kosten dabei die ursprünglich berechneten weit übertreffen, haben solche Gipfeltreffen mit Olympischen Spielen gemeinsam.

Der G8/G20-Gipfel in Toronto zum Beispiel schlug 2010 mit 870 Millionen kanadischen Dollar zu Buche - obwohl vorher eigentlich nur 179 Millionen einkalkuliert worden waren!

Inzwischen deutet einiges auch darauf hin, dass auch die Kosten für das G20-Treffen in Hamburg explodieren werden: Waren anfangs noch knapp 200 Millionen Euro im Bundeshaushalt für den Gipfel vorgesehen, so sickerten Anfang des Jahres durch, dass das Finanzministerium doch nochmal 50 Millionen dazu geben will. Dieses Geld soll allerdings auch Kosten für den OSZE-Gipfel im Dezember abdecken und ist überhaupt nur für „sicherheitsrelevante Ausgaben“ gedacht. In einer Großstadt wie Hamburg dürfte allerdings allein die gigantische Sicherheitslogistik wesentlich teurer sein als in Bayern, wo in einem abgelegenen Schloß getagt wurde. Insgesamt werden die Sicherheitskosten derzeit auf 150 Millionen Euro geschätzt. Nicht gerade beruhigend: Die Kosten für den OSZE-Ministerrat im Dezember belaufen sich auf 11,5 Millionen Euro, schätzt der Bund - und wie viel davon Hamburg bezahlen muß, steht fast ein halbes Jahr später noch immer nicht fest. Offenbar steht die gesamte Kalkulation auf sehr wackligen Füßen. Da wundert es keinen mehr, dass der Senat stets nur mauert, wenn er nach den Kosten gefraget wird.

 

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