Wird Macron scheitern? "Ja"

Können Sie sich vorstellen, dass innerhalb weniger Monate die CDU/CSU und die SPD von der politischen Bühne fast verschwinden, und stattdessen ein/e nahezu Unbekannte/r ohne Parteihintergrund BundeskanzlerIn wird? Wohl kaum. So ist es aber in Frankreich geschehen.

Natürlich, die bürgerliche Presse hat Macron noch oben geschrieben. Aber diese Erklärung reicht bei weitem nicht, da sind weitere Faktoren im Spiel. Stefan Kornelius, Auslandsressortchef der SZ, der Macron sehr wohlwollend begleitete, wird nun skeptisch und reduziert Erwartungen (siehe Link zum Kommentar von Kornelius).

Irgendwie lieben wir ihn ja alle, diesen Macron. Jung, dynamisch, gut aussehend, geordnete Verhältnisse im Privaten (ok, er hat seine Lehrerin geheiratet - geschenkt), sicher im Auftritt mit einer tollen Show nach dem Wahlsieg mit der Europahymne. Verglichen mit dem peinlichen tumben Trump hatte das alles Stil und wies auf eine große Zukunft Frankreichs hin. Wirklich?

Man denke an Clinton mit seinem erfolgreichen Wahlkampfspruch von 1992: "It's the economy, stupid!" An der Ökonomie wird Macron gemessen werden. Aber die Richtung gibt Berlin vor. Er wird sich der Merkelschen Austeritätspolitik unterordnen, sofern er von ihrer neoliberalen Politik auf Kosten anderer nicht ohnehin überzeugt ist. Er kommt schließlich aus der neoliberalen Schule.  Mal sehen, was die renitenten Franzosen dazu sagen. Mit heftigen Auseinandersetzungen auf der Straße ist nach der Ernüchterung zu rechnen. Aber lassen wir einen Experten zu Wort kommen. Heiner Flassbeck gab Ulrike Herrmann von der TAZ ein Interview: "Genau die falsche Politik". Flassbeck prognostiziert das Scheitern.

 

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