Wir können Europa nur mit unseren Werten verteidigen. Aber welche sind das?

Das Nationale ist wieder im Kommen. Wir erleben derzeit die Rückkehr nationalistischer Emotionen im Kleide vermeintlicher Tatsachen. Die Begrifflichkeit "Das Volk" und auch inzwischen wieder das "Völkische" wird entstaubt unter dem Motto: "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen". Es wird so getan, als ob das Volk ein Wert an sich wäre - gar an oberster Stelle einer Werteskala. Wohin das führt, wissen wir weltweit aus leidvoller Erfahrung. Erst die Ausgrenzung durch Rassismus, dann die Unterdrückung und schließlich die Verfolgung derjenigen, die angeblich nicht dazu gehören. Auf dieser Erinnerungskultur ist Deutschland mit aufgebaut worden. Sie gehört zu unserer Kultur, auch wenn AfD und Bürgerinnen und Bürger die Geschichte vergessen lassen oder uminterpretiert sehen möchten.

Zu unserer Kultur gehört auch unser EUROPA. Dieses Friedensgeschenk haben wir Menschen uns in Europa erarbeitet, erstritten, erkämpft. Trotz aller Probleme mit unserem halbwegs erwachsenen Kind Europa, muss es entschieden verteidigt werden, denn es gibt nichts besseres. Verteidigt auch gegen die Verantwortlichen Politiker in den europäischen Hauptstädten und Brüssel, die unser Europa gegen die Wand fahren, sodass AfD und ihre UnterstützerInnen ein vorbereitetes Feld der Agitation und Geschichtsfälschung vorfinden, das es zu bearbeiten gilt.

Demokratie ist nicht leicht, und einfache Lösungen gibt es schon gar nicht. Erst recht nicht mit diesen erstarkenden Nationalisten. Nationalismus hat bisher nur Lüge und Elend gebracht. Was wir brauchen ist ein tatsächlich werteorientiertes, starkes, ökologisches, soziales und solidarisches Europa.

Dafür werden wir am Sonntag um 14:00 vor den Schlossarkaden im Rahmen von "Pulse of Europe" demonstrieren.

Die Europäische Union ist aus den Trümmern des von Deutschland begonnen Weltkriegs entstanden. Stärken wir die Europäische Union, stärken wir die Kommunen und Regionen und reduzieren wir die Nationen, die dem zivilisatorischen Fortschritt entgegen stehen. Überprüfen wir noch einmal unsere Werte, an denen wir uns glaubwürdig orientieren wollen. Dieses Interview könnte eine kleine Anregung sein.

Zur Erinnerung:

In Salzgitter-Drütte hatten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager auf dem Gelände der Salzgitter AG errichtet. 3000 Häftlinge waren hier zur Zwangsarbeit verurteilt. Viele überlebten ihre Inhaftierung nicht und wurden auf dem Friedhof Jammertal beerdigt. Seit 1994 ist das Lager eine Gedenkstätte.“ (Europäische Perspektiven).

Aufarbeitung und Publikation zum KZ Außenlager Drütte


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