Die Authentizität eines „Klassikers“: Tschaikowskij und Bartók - Sinfoniekonzert des Staatsorchesters

Ein umjubeltes 6. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Braunschweig wurde am 21.02.2010 im nahezu ausverkauften Großen Saal der Stadthalle gegeben: Die Rückkehr des ehemaligen Generalmusikdirektors Stefan Soltesz, der das Staatstheater von 1988 bis 1993 nachhaltig geformt und ihnen damit die Einstufung als A-Orchester ermöglicht hatte, geriet zum Triumph. (Ein weitere Vorstellung am heutigen Montag, 22.02.2010 um 20 Uhr im Großen Saal der Stadthalle.)

Die Solopartie übernahm der Ende 2009 für sein 25jähriges Dienstjubiläum geehrte, und 1984 als jüngster Konzertmeister Deutschlands ins Staatsorchester eingestellte Johannes Denhoff.

Auf dem Programm: Das Violinkonzert D-Dur von Pjotr Iljitsch Tschaikowskij, entstanden 1878 am Genfer See und seitdem eines der populärsten Stücke seiner Art, sowie das Konzert für Orchester des Ungarn Béla Bartók, komponiert 1943 in us-amerikanischer Emigration.

„Immer mehr wird mir bewusst, wie aufrichtig diese Musik ist. Dass in jeder Note Wahrhaftigkeit steckt. Dass diese Musik von Herzen kommt und zu Herzen geht. Dass sie absolut authentisch ist“, so charakterisiert Denhoff Tschaikowskijs Violinkonzert, dass zu oft – wie vieles andere vom russischen Romantiker – als Gebrauchsmusik mit viel zu viel Kitsch dargeboten werde.

Zweimal „weiter so“


Die Braunschweiger Zeitung überraschte am Samstag, 20. Februar, mit gleich zwei Beiträgen, in denen sie sowohl Menschen mit alternativen Meinungen als damit dann auch ihre Redakteure Obrigkeiten kritisieren lässt:

•    In drei Tagen 200 Sünder angezeigt: SPD-Fraktionschef Manfred Pesditschek darf an OB Gert Hoffmann die berechtigte Frage richten, warum er erst jetzt mit Aktionismus gegen Schneechaos vorgeht und außerdem noch Arbeitslose für Aufgaben einstellt, die eigentlich in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Es fehlt zwar noch der Hinweis darauf, dass die Politessen ja auch mal gegen Alba vorgehen könnten, aber soweit ist der Artikel schon mal gut.
•    „Planung für Golf-Anlage abbrechen!“: CDU-Bezirksbürgermeister Dirk Rühmann darf sagen, dass die Verwaltung mit ihrer Methode, das Golf-Projekt wider besseren Wissens durchboxen zu wollen, bei den Bürgern an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren hat. Das hat sie zwar auch schon mit derselben Methode bei den Schlossarkaden und dem Querumer Forst, aber besser jetzt mit solchen Argumenten kommen als nie.

Danke dafür und weiter so!

El Kurdi spricht Deutsch - Lesung am 26.02.

Freitag, 26.2.2010, 20 Uhr
El Kurdi spricht Deutsch
Satirische Lesung von und mit Hartmut El Kurdi
Kulturzentrum Brunsviga, Braunschweig, Karlstraße
Karten gibt es in der Brunsviga und  bei den üblichen Vorverkaufsstellen


Einen wunderschönen Guten Tag,

zum ersten Mal reise ich von auswärts zum „Satire-Fest“ in der Brunsviga an. Im Gepäck habe ich die Kolumnenauslese des letzten Jahres, also viele neue Texte, einige bekannte Geschichten und eine kleine Kostprobe aus meinem niegelnagelneuen Buch mit Ruhrgebietssagen, das in Auszügen von der Wochenzeitung „Die Zeit“ vorabgedruckt wurde und nicht nur "Ruhries" Spaß machen soll. Ansonsten geht es an diesem Abend inhaltlich um irre Fernsehpychologen, geküsste und stürzende Päpste, adlige Kriegsminister und die Segnungen des Handstaubsaugers. Außerdem werden die dringenden Fragen der Menschheit beantwortet: Warum die Hasen so lange Ohren und Thilo Sarrazin eine Vollmeise hat...
Stepptanzen und Schwerter schlucken werde ich auch in diesem Jahr nicht auf der Brunsvigabühne. Aber sonst kann ich für nichts garantieren.
Es würde mich freuen, wenn wir uns sehen.

Bis dann

Hartmut El Kurdi

Neue Veranstaltungstipps


Hartmut El Kurdi spricht am Freitag, 26. Februar, im Rahmen des Satire-Festes in der Brunsviga Deutsch. Der Neu-Berliner und Ex-Subway-Kolumnist stellt unter anderem sein neues Buch "Ritter, Räuber, Spökenkieker" mit den "besten Sagen aus dem Ruhrgebiet" vor.

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Die beiden gefeierten Autoren Frank Schulz ("Kolks blonde Bräute") und Frank Schäfer ("Woodstock '69: Die Legende") lesen am Donnerstag, 4. März, gemeinsam im Café Riptide.

http://www.cafe-riptide.de/

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Die drei Bands Müller & die Platemeiercombo, Claudia Verkauft und Diametrics holen am Freitag, 5. März, ab 20 Uhr ihr Ausfall-Konzert vom November im Sauna Klub in Wolfsburg nach.

http://www.myspace.com/saunaklub

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Ansonsten:
Samstag, 27. Februar, 21.30 Uhr: 14. Jembker-Hof-Revival-Party im Classic Café Cunterbunt, Wolfsburg-Reislingen, http://www.jembkerhof.de/
Samstag, 10. April: 6. Silver Club, "Braunschweiger Independent Kulturnacht", Ort wird noch bekannt gegeben, http://www.myspace.com/silverclubbraunschweig
Samstag, 15. Mai, 6. Indie-Ü30-Party, Nexus Braunschweig, http://www.indie-ü30.de, http://www.vfuk.de/

Kulturelle Veranstaltungen in Braunschweig


gsella

Ex-Titanic-Chefredakteur Thomas Gsella kommt mit seinem neuen Buch "Die Offenbacher Anthologie" am Dienstag, 2. Februar, um 21 Uhr ins Café Riptide, Handelsweg 11. Der Humorpoet nutzt das Café dann bereits zum zweiten mal als Bühne. Seine Lyrik dreht sich um Fußball, Völker, Berufe und Kinder – also um alles aus dem normalen Leben, das jeder so führt. Mit dem Unterschied, dass es sich bei Gsella reimt.

http://www.cafe-riptide.de/
http://www.tomprodukt.de/thomas-gsella

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Beim "Salon D'Amour" erwartet die Gäste am Sonntag, 7. Februar, ab 18 Uhr in der KaufBar, Helmstedter Straße 135, im Rahmen des Warmen Winter/CSD/les.bi.schwule Kulturtage "ein glühender Abend über die Liebe" mit Texten, Musik und Filmchen. Soundschwester Claudia Sonntag malt die Idee von der europäischen Salonkultur des 17. Jahrhunderts regenbogenbunt. Es gibt Musik, Rezitiertes und Getränke. Der Eintritt ist frei.

http://www.drk-sprungbrett.de/
http://www.myspace.com/soundschwester

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Nach wie vor gültig sind die bereits angekündigten Termine:

Samstag, 30. Januar, 21 Uhr: Soundschwesters erste "Wild & Tanzbar"-Party mit Polka, Indie, Soul und Elektro in der Schweinebärmann Bar, Wendenstraße 60.
Sonntag, 31. Januar: Abgabetermin für Beiträge zum Daniil Pashkoff Prize 2010. Die Literaturgruppe Writers Ink nimmt bis dahin auf Englisch verfasste Geschichten und Gedichte entgegen: http://www.writers-ink.de/
Freitag, 12. Februar, 20 Uhr: Poetry Slam im LOT-Theater.
Freitag, 12. Februar, 20 Uhr: "Karneval ist, wenn man trotzdem lacht" mit Axel Klingenberg in der Bücherei Wenden, Heideweg 20.

Partys, Poeten und Literaten: Termine


Die Braunschweiger Poetry-Slammer geben ihre Termine für das laufende Jahr 2010 bekannt:

12. Februar: Poetry Slam im LOT-Theater
5. März: Best Of im Roten Saal, Special Guest: Beatpoeten
16. April: Poetry Slam im in der Neustadtmühle
20. August: Poetry Slam im LOT-Theater
18. September: Best Of im Roten Saal
29. Oktober: Poetry Slam im LOT-Theater
26. November: Poetry Slam im in der Neustadtmühle

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http://www.myspace.com/poppinpoetry
http://www.lot-theater.de/

Weitere interessante Termine:

Sechzigtausend Nadelstiche


Beim ewigen Kampf Gut gegen Böse sieht man es im Kino gerne, wenn das Gute gewinnt. Dem Menschen wohnt eine Sehnsucht danach inne, alles gut ausgehen zu sehen. Deshalb gibt es gottlob auch immer wieder Menschen, die sich außerhalb des Kinos für das Gute einsetzen.

Doch so einfach ist es nicht immer, wie auch das Kino bisweilen zeigt. So gibt es Filme, in denen das Gute nicht gewinnt (und diese Filme müssen dabei nicht einmal schlecht sein). Noch besser sind häufig diejenigen Filme, in denen es keine klare Grenze zwischen Gut und Böse gibt – also ganz wie in der Realität. Man kann eben nicht einwandfrei gegen den boshaft spionierenden neugierigen Nachbarn sein, wenn auf dessen Hinweis hin in der Nachbarschaft ein Serienmörder gefangen wird.

Doch selbst, wenn man sich im echten Leben auf der eindeutig richtigen Seite wähnt, bekommt man mitunter auf niederschmetterndste Weise im Minutentakt sechzigtausendfach gezeigt, dass das Gute eben nicht zwangsläufig und immer gewinnt. Meistens gewinnt das, was behauptet, das Gute zu sein, in Wirklichkeit jedoch schlichtweg nur über mehr Macht und Geld verfügt als über gute Argumente.

An dieser Stelle sind manche Stimmen aus der Bevölkerung recht interessant: Die Flughafengegner hätten, so steht’s einem Leserbrief einer Braunschweiger Tageszeitung zu entnehmen, doch bitte zu akzeptieren, was der Rechtsstaat entscheidet. Grundsätzliche Zweifel am Rechtsstaat lassen solche Menschen also gar nicht zu. Damit sind sie willkommene Bürger im Staate der Reichen und Mächtigen, denn sie haben keine Widerworte. Deren Trennung von Gut und Böse ist klar, selbst denen, die diese Trennung nicht akzeptieren. Da kann man fast neidisch werden – denn diese Menschen spüren genau jetzt in diesem Augenblick keine sechzigtausend Nadelstiche. In Hollywood gäbe es ein solches Ende nicht, aber wir sehen hier wohl einen deutschen Problemfilm.

Frisch ins neue Jahr: Kultur-Termine


plakatFreitag, 8. Januar, 20 Uhr, KaufBar, Helmstedter Straße 135: Über den "Sinn des Lebens" sinnieren die Teilnehmer der neuesten Ausgabe der "Bumsdorfer Auslese". Das sind dieses Mal: Pianist Ben Büttner, Axel Klingenberg, Marcel Pollex, Holger Reichard, Wiebke Saathoff, Daniel Terek, MarcD. und Luc Degla. Letztere beide sind Gäste, dafür ist Stammpersonal Till Burgwächter nicht mit von der Partie. Degla erlang als Kolumnist der Zeitschrift "Da Capo" einige Berühmtheit, MarcD. als gern gesehener Wolfsburger mit seinen Slambeiträgen.

Dienstag, 12. Januar, 16 bis 18 Uhr, ebenfalls in der KaufBar: Roland Kremer lädt zur Märchenreise ein. Einmal monatlich veranstaltet er seine "Phantastische Weltreise": Als Märchenerzähler erzählt er Grundschulkindern Märchen aus aller Welt. Im Anschluss an diese Reisen haben die Kinder die Möglichkeit, das Erlebte und Gehörte in Ton nachzumodellieren. Mit von der Partie ist Tatendrang-Design-Künstlerin Tonia Wiatrowski.

Samstag, 16. Januar, 20 Uhr, Sauna Klub im Kulturzentrum Hallenbad, Wolfsburg: Der in Braunschweig gestählte Slammer MarcD. gründete gemeinsam mit Beat-Poet Gregor Schulz und Autorin Sibylle Schreiber Wolfsburgs erste Lesebühne: Black Inc Poetry. Thema der Auftakt-Veranstaltung ist "Depression", konträr dazu spielt das Braunschweiger Trio Splandit akustischen Reggae-Ska-Rock.

Last Minute Schnäppchen

Falls noch ein kleines Weihnachtsgeschenk fehlen sollte: In einer wohlbekannten Braunschweiger Buchhandlung wurde gerade ein garantiert Schlossattrappen-freies Braunschweigbuch gesichtet.

Das 1997 erschienene Buch „Braunschweig – Löwenstadt zwischen Harz und Heide“ wird jetzt zum stark reduzierten Preis angeboten. Fotografiert wurde es von Peter Sierigk, den Text verfasste Karla Götz. Letztere dürfte den Lesern der Braunschweiger Zeitung noch bekannt sein. Sie war dort viele Jahre als engagierte Lokalredakteurin tätig und ist gelegentlich auch durch kritische Artikel über die Braunschweiger Obrigkeit aufgefallen. In ihrem Buch schreibt sie über die sympathischen Seiten der Stadt. Wir haben hier, so Karla Götz wörtlich, noch „keine Magnetbahn, keinen Fernsehturm mit drehbarem Café im östlichen Ringgebiet und auch keine Schlossfassaden-Attrappe – und wir sind gar nicht traurig darüber“.

Das zum Ritterschlag für Lokalberichte

Pulverdampf in Riddagshausen beim Dorffest, Stadtmarketing: History slam, Volksfest in Schapen, Kleingartenverein Klosterblick hat die Nase vorn, Festzelt in Boitzem, Westadt hat erstmals eine Kaiserin, alle diese im Lokalteil beschriebenen Ereignisse hatten mehr Textteil als, da war doch noch was?
Ein riesiges 300 Quadratmeter großes Transparent wurde von ROBIN WOOD Leuten, direkt unter der Quadriga, vor die Schlossfassade gehängt. Aufschrift lautete: Morsleben und Asse 2 gescheitert. Schacht Konrad und Gorleben mit Sicherheit unsicher! Es reicht! AKWs abschaffen!

Wenn Harald Duin, BZ Redakteur nicht auf Uwe Meier gestoßen wäre und ihn nach einem Foto gefragt hätte, wäre nicht einmal ein solches Motiv mit so hohem politischen Sprengstoff, in dieser Bürgerzeitung unter die Leser gekommen. Links daneben ein sehr kleiner Artikel.
Schon an der Paulikirche wurde Rudolf Flentge, BZ Fotograf, gesichtet. Er hat bestimmt schöne Fotos vom Treck gemacht. Wer hat die Entscheidungen am letzen Wochenende in der Lokalredaktion getroffen?

P.S. Schon am Sonnabend konnte in den 3. Programmen im Fernsehen, aber auch in den Nachrichten im Öffentlich/Rechtlichen der Treck gesehen werden, er wurde laufend beschrieben.

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